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Versicherung
Swiss Life bleibt hart im Manor-Streit

Swiss-Life-Chef Patrick Frost: «Wir verkaufen nicht.»
Swiss-Life-Chef Patrick Frost: «Wir verkaufen nicht»Quelle: Stephan Rappo

Wenig Hoffnung für Zürcher Warenhaus-Fans: Der Chef von Immobilien-Besitzerin Swiss Life sagt, er habe wenig Lust, die «extrem reichen» Manor-Besitzer zu unterstützen.

Von Michael Heim
am 20.12.2017

Der Chef des Lebensversicherers Swiss Life spricht Klartext mit Blick auf den Mieterstreit mit der Detailhändlerin Manor. «Wir sind nicht bereit, einen Milliardenkonzern zulasten unserer Versicherten zu subventionieren», sagt Patrick Frost in einem Interview mit der «Handelszeitung». Man habe nicht vor, das Warenhaus an Manor zu verkaufen, sondern habe pfannenfertige eigene Pläne. «Denkbar wäre einzig, dass man sich mit Manor über eine neue Mietlösung einig würde», sagt Frost. «Aber die Aussichten sind auch hier nicht positiv.»

Die Wahrscheinlichkeit, dass in der Liegenschaft ein Warenhaus bleibt, bezeichnet Frost als «nicht sehr hoch». Auf der einen Seite des Streits gebe es mit der Familie Maus «ein paar extrem reiche Leute», die von der aktuellen Situation profitierten. «Und auf der anderen Seite gibt es Hunderttausende Versicherte, die auf Rendite verzichten müssen, wenn wir keinen gerechten Mietzins bekommen.»

Frost war gegen die Rentenreform

Der Chef des grössten Schweizer Rentenversicherers outet sich im Interview als Gegner der gescheiterten Rentenreform. «Als Privatperson war ich gegen die Vorlage», sagt er. «Für die Swiss Life als Unternehmen haben sich Vor- und Nachteile aufgewogen.»

Frost hofft auf eine baldige neue Reform. «Irgendwann brauchen wir sie», sagt er. Im Businessplan des Lebensversicherers rechnet er jedoch noch nicht damit. «Auch wenn ich auf eine Reform hoffe, muss ich zunächst damit rechnen, dass sich nichts verändert.»

Auf dem Radar des US-Justizdepartments

Rechnen muss er hingegen mit Ärger aus den USA. Im September wurde der Lebensversicherer vom US-Justizdepartement (DOJ) wegen seines Geschäfts mit Wrapper-Versucherungen kontaktiert. Diese wurden auch genutzt, um Vermögensverhältnisse zu verschleiern. Seither habe es einen ersten «Kontakt zwischen den Anwälten» gegeben.

«Wir befinden uns noch in einer frühen Phase. Wir bereiten uns auf die Gespräche vor.» Frost glaubt nicht, dass sich das DOJ unter der neuen Regierung milde verhalten wird. «Da wird sicher etwas laufen, sonst hätte es die Kontaktaufnahme nicht gegeben», sagt er.

Nein zum Einstieg in die Sachversicherung

Der Lebensversicherer Swiss Life habe unlängst geprüft, ob er ins Geschäft mit Hausrat- und Haftpflichtversicherungen einsteigen wolle, sagt Frost. «Hintergrund waren die attraktiven Margen in der Schweizer Sachversicherung», sagt er. «Diese sind deutlich höher als in der Lebensversicherung.»

Er habe sich jedoch gegen einen Einstieg in die Sachversicherung entscheiden, sagt Frost. «Der Aufwand für einen Markteintritt war zu gross.» Zwischen den hohen Markteintrittshürden und den dicken Margen könne durchaus ein Zusammenhang bestehen.

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