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Swiss Life hat in der Schweiz zu kämpfen

Swiss Life: Verdiente nur im Ausland mehr. Keystone

Swiss Life ist der grösste Lebensversicherer der Schweiz, doch das Geschäft hierzulande harzt. Die Einnahmen in den ersten drei Quartalen gingen zurück. Positiv entwickelte sich ein anderes Geschäft.

Veröffentlicht am 08.11.2017

Der Lebensversicherer Swiss Life hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres mehr eingenommen. Die Prämieneinnahmen des Konzerns stiegen von Januar bis September um 3 Prozent auf rund 13,8 Milliarden Franken. Auch in Lokalwährungen wuchsen die Bruttoprämien, Policengebühren und Einlagen um 3 Prozent, wie Swiss Life am Mittwoch mitteilte.

Allerdings verdiente Swiss Life ausschliesslich im Ausland mehr. In der Schweiz, dem mit Abstand wichtigsten Markt von Swiss Life, gingen die Einnahmen in den ersten drei Quartalen um 7 Prozent auf 7,6 Milliarden Franken zurück.

Asset Managers mit gutem Resultat

Am stärksten entwickelte sich der Geschäftsbereich International, wo der Versicherer etwa weltweite Mantelverträge von Lebensversicherungen bündelt. Die Beitragseinnahmen kletterten in den ersten drei Quartalen um 59 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Franken.

Gut liefen die Geschäfte auch in der zweitgrössten Markteinheit Frankreich. Hier stiegen die Einnahmen um 13 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Franken.

Bei der Tochter Asset Managers, die unter anderem Vermögen für institutionelle Anleger verwaltet, nahm das Ergebnis um 8 Prozent auf 455 Millionen Franken zu. Die Tochter verzeichnete Nettoneugeldzuflüsse von 18 Prozent. Damit erhöhten sich die verwalteten Vermögen per Ende September auf insgesamt 60,8 Milliarden Franken.

Vom traditionellen Geschäft abkommen

Als Hauptursache für die rückläufigen Einnahmen auf dem Heimmarkt Schweiz gibt Swiss Life das Unternehmenskundengeschäft und den unveränderten Fokus auf Kapitaleffizienz an. Mit dem Unternehmensprogramm «Swiss Life 2018» stellt der Konzern die Profitabilität und Kapitaleffizienz in den Vordergrund.

Swiss Life will das Geschäft mit der traditionellen Lebensversicherung, das angesichts der tiefen Zinsen immer weniger Ertrag abwirft, zurückfahren. Stattdessen konzentriert sich Swiss Life stärker auf das kapitaleffiziente Geschäft mit Gebühren, Kommissionen und Provisionen.

Bei diesem sogenannten Fee-Geschäft setzt man auf Anlage-, Pensionskassenberatungen oder Immobilienmaklergeschäfte. Nach neun Monaten verdiente der Konzern mit diesen Fee-Einnahmen insgesamt gut 1 Milliarde Franken. In Lokalwährung entspricht das einem Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ziele in Reichweite

Swiss Life zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. Die positive Entwicklung vom ersten Halbjahr habe sich fortgesetzt, wird Konzernchef Patrick Frost in der Mitteilung zitiert. Man habe mit dem Wachstum der Fee-Erträge in einen strategisch wichtigen Bereich Fortschritte erzielt.

Zudem hätte das Unternehmen trotz weiterhin striktem Fokus auf Profitabilität die Prämieneinnahmen steigern können. Die Ergebnisse der ersten drei Quartale würden zuversichtlich stimmen, die finanziellen Ziele für 2017 zu erreichen.

(sda/jfr)

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