Swiss und Aeropers, der Berufsverband der Swiss-Piloten, nehmen demnächst Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) auf. Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel bestätigt, dass das neue Vertragswerk spätestens Ende 2010 stehen soll.

«Wir müssen seit Jahren mit einem Unterbestand leben», sagt Aeropers-Geschäftsführer Henning Hoffmann. Jetzt hat die Wirtschaftskrise den Spardruck auf Swiss nochmals verstärkt. Dies äussere sich für die Piloten in Arbeitsbedingungen, die oft hart am Limit gewesen seien - und dieses Limit teilweise gar überschritten hätten, sagt Hoffmann.

An der knappen Kalkulation von Swiss beim Pilotenbestand dürfte sich so rasch aber nichts ändern. Gemäss Swiss-Sprecher Donzel wird die Fluggesellschaft im Jahr 2010 zwar rund 80 neue Piloten einstellen. Eine substanzielle Entlastung der einzelnen Piloten ist aber nicht vorgesehen.

Aeropers geht zwar davon aus, mit dem Swiss-Management eine einvernehmliche Lösung zu finden. Doch falls die Airline den Forderungen der Piloten nicht nachkommt, könnte dies im äussersten Fall einen Streik auslösen. Solange die Friedenspflicht gelte und kein vertragsloser Zustand bestehe, komme ein solches Mittel des Arbeitskampfes nicht in Frage, betont Henning Hoffmann. «Als Ultima Ratio ist ein Streik unter ganz bestimmten Voraussetzungen aber eine realistische Option.»

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