«Wenn sich die richtige Gelegenheit ergibt, dann kaufen wir zu», sagt Stefan Lippe, Präsident der Swiss-Re-Geschäftsleitung, im Interview mit der «Handelszeitung». Das zeigt: Nach den millionenschweren Verlusten strotzt der Schweizer Rückversicherer Swiss Re wieder vor Selbstvertrauen. Lippe weiter: «Der Zeitpunkt zum Kauf eines Versicherers ist dann günstig, wenn dessen Schaden-Kosten-Satz über 100% liegt.»

Die Konsolidierung nutzen

Der 54-Jährige, der vor knapp einem Jahr Jacques Aigrain an der Spitze von Swiss Re ablöste, erwartet in der Versicherungswirtschaft eine Konsolidierung. «Der Zeitpunkt wird kommen, wo die Versicherer und Rückversicherer, die nicht so gut aufgestellt sind und sich jetzt mit schlechten Risiken vollpumpen, realistischer, das heisst schlechter bewertet werden», sagt Lippe. Swiss Re werde an der Bereinigung teilnehmen, indem sie Kapital zur Verfügung stelle. Vorderhand will der Rückversicherer organisch wachsen, das heisst mit grossen Deals im Rückversicherungsbereich. Dabei stehen für Lippe die Performance und die Dividende im Vordergrund. «Umsatz-Rekordhalter zu sein, interessiert mich nicht», sagt Lippe. Zusammen mit dem Verwaltungsrat und dessen Präsidenten Walter Kielholz habe man folgende Vorgabe definiert: «Für uns zählt die absolute Rendite.»Mit diesem Ziel vor Augen hat Swiss Re die am Montag bekannt gegebene US-Einzelleben-Retrozessionstransaktion mit Berkshire Hathaway durchgeführt: «Wir haben ein für unsere Massstäbe ungenügend profitables Portfolio abgetreten, um das dafür erhaltene Kapital neu ins Geschäft zu investieren, das unserem Renditeziel von 14% entspricht», so Lippe.Warren Buffetts Berkshire Hathaway beschäftigt den Rückversicherer in einem weiteren Punkt. Im März 2008, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreicht hatte, zeichnete Swiss Re eine Wandelanleihe von 3 Mrd Fr. Lippes wichtigste Ziele sind: «Wir wollen das AA-Rating zurückhaben und Warren Buffett das Kapital zurückzahlen.» Lippe lässt durchblicken, dass Swiss Re diesbezüglich gut unterwegs ist.