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Zwist
Swiss Re fordert 80 Millionen Franken von GE

Swiss-Re-Sitz am Zürcher Mythenquai: Hier regiert Walter Kielholz. Keystone

Mit dem Kauf der Versicherungssparte von General Electric wurde Swiss Re zum grössten Rückversicherer der Welt. 12 Jahre ist das her – und noch immer sorgt der Deal für Unmut am Mythenquai.

Von Marc Iseli
am 12.04.2017

Neun Jahre lang regierte Peter Forstmoser den Rückversicherungsgiganten Swiss Re. Mit milliardenschweren Zukäufen machte er die Schweizer zum Marktführer. Gleichzeitig sorgte er dafür, dass der riesige Versicherungsdampfer vom Mythenquai voll exponiert war, als die Finanzkrise durchschlug. Der weltweite Sturm auf den Finanzmärkten riss ein riesiges Loch in die Kassen von Swiss Re, Forstmoser sah sich zum Rücktritt gezwungen.

Seither waltet Walter Kielholz als Swiss-Re-Präsident. Die Kauflust von Forstmoser beschäftigt ihn bis heute. Noch immer sitzt Kielholz auf offenen Forderungen in Höhe von umgerechnet 80 Millionen Franken, die auf den 7 Milliarden Dollar schweren Kauf der Versicherungssparte von General Electric zurückgehen. Das zeigt eine Klage, die das Zürcher Unternehmen Anfang April in New York eingereicht hat. Der Klage angehängt ist der Kaufvertrag im Original. Er trägt die Signatur von Forstmoser und die Unterschrift des seinerzeitigen Finanzchefs und aktuellen Swiss-Verwaltungsrats Jacques Aigrain.

Offene Forderungen

Die 20-seitige Klageschrift weist jede Zahlung detailliert auf. Demnach überwies Swiss Re im Nachgang des GE-Deals über 53 Millionen Euro an den deutschen Fiskus, knapp 9 Millionen australische Dollar an die australischen Behörden und mehr als 3 Millionen Franken an die Berner Steuervögte. Weitere Rechnungen stammen aus Frankreich, Spanien, Luxemburg, Kanada, Singapur, Malaysia und Neuseeland.

Die Steuerforderungen, behaupten die Schweizer, beziehen sich auf die Zeit vor dem Deal. General Electric sei deshalb zur Rückzahlung des Geldes verpflichtet. Swiss Re habe die Summe mehrfach angemahnt, aber keine Zahlung verbuchen können.

Renommierte Anwälte

Die erste Mahnung stammt vom Oktober 2011. Zwei Monate später schickten die Schweizer die nächste Zahlungsaufforderung. Im Mai 2015 folgte die dritte, im Februar 2017 die vierte und vorerst letzte Mahnung.

General Electric ignorierte sämtliche Zahlungsaufforderungen. Deshalb haben die Schweizer Anfang April die Amerikaner vor den Richter gezerrt. Swiss Re hat die New Yorker Kanzlei Simpson Thacher & Bartlett mit dem Fall beauftragt – eine der renommiertesten Anwaltsagenturen der Welt. Zu deren Kundenstamm zählen J.P. Morgan Chase, Goldman Sachs, Tesla, Microsoft, Google, Facebook und Alibaba.

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