Der Rückversicherer Swiss Re steuert auf ein Bündnis mit dem britischen Lebensversicherer Phoenix zu. Bei den Gesprächen geht es um eine mögliche Zusammenführung der Swiss Re-Sparte Admin Re und des Geschäfts der Briten, die beide alte Lebensversicherungsbestände anderer Versicherer verwalten. Die Unternehmen bestätigten grundsätzlich entsprechende Medienberichte. Den Briten zufolge würde Swiss Re bei einer Einigung einen Minderheitsanteil an Phoenix zeichnen. Noch sei aber offen, ob es tatsächlich dazu komme.

Zuvor hatte die «Financial Times» über den möglichen Zusammenschluss berichtet. Dadurch könnte eine Gruppe mit einem Wert von rund drei Milliarden britischen Pfund gebildet werden, schrieb die Zeitung. Dem britischen Fernsehsender «Sky News» zufolge würde ein Unternehmen mit Finanzanlagen im Wert von mehr als 100 Milliarden Pfund und fast 10 Millionen Versicherten entstehen. Admin Re wie Phoenix verwalten alte Lebensversicherungs-Portfolios, die sie von anderen Versicherern erwerben und abwickeln.

Admin Re im Umbau

Swiss Re hatte Anfang 2012 Admin Re im Rahmen der Neuorganisation der Gruppe nebst den Sparten Rückversicherung und Corporate Solutions in eine eigene Einheit unter das neue Holdingdach geführt. In der Folge verkaufte der Rückversicherer den US-Teil des Admin Re-Geschäfts an die Jackson National Life Insurance, hielt aber am Geschäft in Europa fest. CFO George Quinn hielt dazu fest, dass die Zukunftsaussichten in den USA weniger versprechen als in Europa.

Admin Re erwirtschaftet nach Angaben eines Sprechers rund 7 Prozent der Einnahmen der Swiss Re. Im ersten Quartal 2013 sank das Ergebnis bei Admin Re auf 78 Millionen US-Dollar nach den von einer einmaligen Steuergutschrift begünstigten 174 Millionen aus dem Vorjahr. Im Jahr 2012 ging das Admin Re-Ergebnis um 44 Prozent auf 183 Millionen zurück, was mit dem Verkauf des US-Geschäfts im Zusammenhang steht.

CEO Michel Liès sah im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» von Mitte Juni für Admin Re gutes Entwicklungspotential. Er erwarte, dass die kommenden strengeren Solvenzvorschriften in Europa zur Folge haben werden, dass einige Erstversicherer einen Teil des Lebengeschäfts abstossen, sagte Liès. Swiss Re wolle aber diese Portfolios zur Abwicklung nicht systematisch allein finanzieren und suche für Admin Re daher eine Lösung mit Drittkapital von langfristigen Investoren. «Der Plan lautet, 2013 bis 2016 aus dem Abwicklungsgeschäft mindestens 1 Milliarde Dollar netto Geldüberschuss zu erwirtschaften.»

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Phoenix hatte Ende 2012 nach eigenen Angaben mehr als sechs Millionen Versicherungspolicen in den Büchern und steuerte Kapitalanlagen von 68,6 Milliarden Pfund. Das Unternehmen war früher unter dem Namen Pearl Group bekannt und hatte sich 2010 umbenannt. Die Gesellschaft war in mehreren Schritten aus dem Zusammenschluss der britischen Lebensversicherer Liberty, Pearl und Resolution entstanden.

Aktie im Plus

An der Börse reagieren die Swiss Re-Aktien freundlich auf die News. Bis um 09.55 Uhr stiegen die Papiere um 0,9 Prozent auf 72,55 Franken in die Höhe während der Gesamtmarkt (SMI) mit 0,43 Prozent ebenfalls dazugewinnt. Fabrizio Croce von Kepler Cheuvreux würde ein Verkauf von Admin Re oder eine gute Lösung für das Geschäft begrüssen. Dies wären sehr gute Nachrichten für Swiss Re, da Admin Re mit Abstand die schwächste operative Einheit des Konzerns sei, so der Analyst.

(jev/aho/awp)