Auf der Suche nach Rendite im anhaltenden Tiefzinsumfeld fliesst viel Kapital auf den Rück- und Versicherungsmarkt. Dies drückt die Preise für Naturkatastrophen-Deckungen, wie Swiss Re berichtet.

Der Rückversicherer rechnet 2013 mit sinkenden Preisen und erwartet 2014 eine Stabilisierung. Die veränderte Marktdynamik dürfte vor allem für kleinere, weniger diversifizierte Rückversicherer äusserst anspruchsvoll sein, erklärte Swiss Re am Montag anlässlich des Branchentreffens in Monte Carlo.

Swiss Re nehme den Zufluss von alternativem Kapital ernst, sei aber nicht beunruhigt. «Dank unserer starken Diversifizierung können wir unsere Kapitalmarkt-Expertise nutzen und als Komplettdienstleister gleichzeitig erfolgreich im Wettbewerb bestehen», kommentierte Swiss-Re-Konzernleitungsmitglied Matthias Weber.

Der Rückversicherer schätzt die alternative Kapazität gegenwärtig auf rund 40 Milliarden Dollar weltweit. Alternatives Kapital finde sich vornehmlich im Geschäft mit Naturkatastrophen in den USA, wo dessen Anteil gegenwärtig ähnlich hoch sei wie unmittelbar nach den Hurrikanen Katrina, Rita und Wilma.

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Ob sich die alternativen Kapitalquellen auch bei steigenden Zinsen oder bei grossen Verlusten aufgrund von Naturkatastrophen behaupten können, werde sich noch zeigen, hielt Swiss Re fest.

Weltweit rechnet der Konzern mittelfristig mit einem stark expandierenden Geschäft mit Deckungen für Naturkatastrophen: Bis 2020 werde sich die Nachfrage in Wachstumsmärkten verdoppeln und in den entwickelten Märkten um rund 50 Prozent steigen, schätzt Swiss Re. Anleger reagierten erfreut: Die Swiss-Re-Aktie notierte am Vormittag einen Kursgewinn von 2 Prozent.

(sda/chb)