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Swiss-Re-Konkurrent Hannover Rück mit weniger Gewinn

Katastrophenjahr 2011: Flutschaden in Australien im Februar. (Bild: Keystone)

Der Gewinn von Hannover Rück ist 2011 um fast ein Fünftel zurückgegangen. Dabei schlug sich der Rückversicherer immer noch besser als Branchenprimus Munich Re, aber weit schlechter als der Schweizer K

Veröffentlicht am 14.03.2012

Bei Erdbeben, Sturm und Flut kam die Hannover Rück im vergangenen Jahr vergleichsweise glimpflich davon. Während Branchenprimus Munich Re einen Gewinneinbruch von zwei Dritteln verbuchen musste, federte die Hannover Rück mit dem geschickten Verkauf von Staatsanleihen und einer Steuergutschrift die Katastrophenlasten ab.

Während andere Versicherer infolge der Griechenland-Krise hohe Abschreibungen verkraften mussten, hatte die Hannover Rück überhaupt kein Geld in griechischen Staatsanleihen angelegt. Stattdessen nutzte das Unternehmen das niedrige Zinsniveau, um vergleichsweise hochverzinste Staatspapiere aus bonitätsstarken Ländern wie Deutschland zu hohen Kursen zu verkaufen. Das Geld steckte Finanzchef Roland Vogel stattdessen in Unternehmensanleihen, Immobilien und Pfandbriefe.

Dennoch ging der Gewinn des MDax-Konzerns um fast ein Fünftel zurück. Konkret verdiente die Hannover Rück im vergangenen Jahr 606 Millionen Euro - das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Teuer kamen das Unternehmen vor allem die Erdbeben in Japan und Neuseeland und die Überschwemmungen in Thailand und Australien zu stehen.

Der Schweizer Rückversicherer hatte seinen Gewinn 2011 dagegen verdreifacht, auch dank umfangreicher Reserveauflösungen, einer günstigen Steuerquote und der günstigen Entwicklung von Kaptialanlagen.

Geringere Dividende

Insgesamt kosteten Grossschäden die Hannover Rück im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Euro - die zweithöchste Belastung aller Zeiten. In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung reichten die Beitragseinnahmen daher nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag mit 104,3 Prozent deutlich über der kritischen 100-Prozent-Marke.

Die bescheidenen Zahlen haben denn auch direkte Auswirkungen auf die Aktionäre; sie müssen sich mit geringeren Dividenden abfinden. Die Aktionäre sollen je Anteilsschein 2,10 Euro erhalten - 20 Cent weniger als ein Jahr zuvor. Viele Analysten hatten erwartet, dass der Konzern die Dividende stabil hält, wie es auch Munich Re und Allianz trotz hoher Gewinneinbussen getan hatten. Allerdings schüttet die Hannover Rück mit 42 Prozent des Gewinns mehr Geld an die Anteilseigner aus als üblich. Für 2012 soll die Ausschüttungsquote wieder zwischen 35 und 40 Prozent liegen.

Aktie legt zu

Trotzdem blickt Vorstandschef Ulrich Wallin optimistisch in die Zukunft. Für das laufende Jahr erwartet er erneut ein deutliches Prämienwachstum. So soll das Brutto-Prämienvolumen von 12,1 Milliarden Euro im Jahr 2011 um fünf bis sieben Prozent zulegen. Ein Gewinnziel nannte er zunächst nicht. Grund für die Zurückhaltung: Der mögliche Börsengang des Hannover-Rück-Mehrheitseigners Talanx.

Die Hannover-Rück-Aktie reagierte derweil mit Kursgewinnen auf die Nachrichten. Am Vormittag legte das Papier in einem freundlichen Umfeld um 0,8 Prozent zu. Analyst Fabrizio Croce von Kepler nannte die Zahlen exzellent.

(tno/muv/awp/sda)

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