Das alljährliche Treffen der Rückversicherer in Monte Carlo steht dieses Jahr unter besonderen Vorzeichen. In Monte Carlo handeln die Rück- und die Erstversicherer ihre Verträge und Konditionen aus. Die diesjährige Erneuerungsrunde birgt eine Reihe von Unsicherheiten mit sich, die sich direkt auf die Branche und den Primus Swiss Re auswirken werden.

Nach den Terroranschlägen von 2001 in New York und der verheerenden Hurrikan-Saison 2005, als New Orleans verwüstet wurde, änderte sich das Risikomanagement der Rückversicherer grundlegend. Davon profitierte die Branche insofern, als dass die Prämien enorm anstiegen. Da 2006 die versicherten Naturkatastrophenschäden mit 12 Mrd Dollar aber gering ausfielen (2005: 78 Mrd Dollar), vermeldeten die Rückversicherungskonzerne Rekordgewinne.


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Nun wollen die Erstversicherer diese Gewinne immer weniger finanzieren. Kommt hinzu, dass sich der Wettbewerb zwischen den grossen der Branche – Allianz, Axa, Generali und Zurich Financial Services – verschärft hat. Sie sind nicht mehr bereit, in jedem Fall die hohen Prämien zu zahlen und übernehmen die Grossrisiken zum Teil selber.

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So erstaunt die Ankündigung von Swiss-Re-CEO Jacques Aigrain in Monte Carlo wenig, der primär die Anleger beruhigen und den Versicherern ins Gewissen reden will. Seit Beginn der Hurrikan-Saison im Juni 2007 ist der Swiss-Re-Aktienkurs um 14% auf rund 100 Fr. gesunken. Swiss Re rechnet für dieses Jahr mit Naturkatastrophenschäden von 35 Mrd Dollar, also dreimal so viel wie 2006.

Ausserdem sagt Aigrain, dass die Branche so diszipliniert sei wie nie zuvor. Angesichts der fallenden Preise – namentlich im US-Haftpflichtgeschäft – will Swiss Re ihre Ressourcen auf die Bereiche konzentrieren, in denen die attraktivsten Renditen erzielt würden. Das Hauptaugenmerk werde dem Wachstum des wirtschaftlichen Profits gelten, wenn nötig auf Kosten des Prämienvolumens.

Diese Aussagen, gekoppelt mit den angekündigten Aktienrückkäufen der Branche (Swiss Re hat die Hälfte der 6 Mrd Fr. fast erreicht), überzeugen die Bank Vontobel und Citigroup. Sie empfehlen die Aktien zum «Kauf». JPMorgan stuft die Titel mit «Neutral» ein. Denn eine Unsicherheit bleibt: Die Hurrikan-Saison ist noch nicht zu Ende.