1. Home
  2. Unternehmen
  3. Swiss Re mit hohem Verlust

Unternehmen

Swiss Re mit hohem Verlust

Nicht nur eitel Freude am noblen Swiss Re Hauptsitz in Zürich (Bild: Keystone).

Auch dem Rückversicherer Swiss Re haben die hohen Kosten aus den Naturkatastrophen in Asien und Ozeanien arg zugesetzt. Im ersten Quartal resultierte ein Verlust von 665 Millionen Dollar.

Veröffentlicht am 05.05.2011

Die Naturkatastrophen in Australien, Neuseeland und Japan haben bei Swiss Re tiefe Spuren hinterlassen: Insgesamt schlugen sie im ersten Quartal mit Kosten von 2,3 Milliarden Dollar zu Buche. Wie der Rückversicherer am Morgen weiter mitteilte, resultierte ein Quartalsverlust von 665 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 158 Millionen Dollar erzielt worden.

Swiss Re hatte die Belastungen durch das verheerende Erdbeben mit anschliessender Tsunamiwelle in Japan zuletzt auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt, wobei die Atomkatastrophe um den Reaktor in Fukushima, ebenfalls eine Folge des Bebens, den Rückversicherer weitaus weniger kostet als die katastrophenbedingten Schäden an der Infrastruktur Nordost-Japans.

Das Erdbeben im neuseeländischen Christchurch dürfte mit 800 Millionen Dollar zu Buche schlagen, wie Swiss Re bekannt gegeben hatte. Die Überschwemmungen in Australien bringen nach Angaben des Konzerns noch einmal 325 Millionen Dollar an Belastungen.

Die Schadenzahlungen übersteigen die Prämieneinnahmen im ersten Quartal dramatisch: Die Combined Ratio (Vergleich Prämieneinnahmen und Zahlungen plus Kosten) der Swiss-Re-Sparte Schaden und Haftpflicht liegt bei aussergewöhnlich hohen 163,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 109,4 Prozent gelegen.

Solide Kapitalreserven

Mit den Kapitalanlagen hat Swiss Re im ersten Quartal hingegen gute Gewinne einfahren können. Die Vertragserneuerungen mit den Kunden im April und die Preisentwicklung im Schadengeschäft hätten sich ebenfalls positiv entwickelt, teilte Swiss Re am Donnerstag mit. Konzernchef Stefan Lippe erwartet, dass die Preise für Rückversicherung wieder steigen werden.

Nicht im grossen Stil erschüttert worden von den Katastrophen sind die Reserven: Die Gruppe verfügte Ende März über ein Eigenkapital von 24,4 Milliarden Dollar, nur leicht weniger als die 25,3 Milliarden Dollar zum Ende des Vorjahreszeitraums.

Je Aktie belief sich der Verlust auf 1.94 Dollar nach einem Gewinn von 0.46 USD. Die Eigenkapitalrendite sank auf -10,7 Prozent von 2,7 Prozent.

Swiss Re hat einen tieferen Verlust als von Analysten erwartet ausgewiesen, dagegen lag die Combined Ratio etwas über den Vorgaben. Im Vorfeld wurde der Verlust der Gruppe im Durchschnitt auf 1,05 Milliarden Dollar und die Combined Ratio auf 161,5 Prozent geschätzt.

Zuversichtlich für’s ganze Jahr

Für die weitere Entwicklung sieht sich Swiss Re gut positioniert und will Marktchancen nutzen. An den anlässlich der Bilanzpräsentation von Mitte Februar veröffentlichten Finanzziele für die nächsten fünf Jahre hält CEO Stefan Lippe fest. So soll die Eigenkapitalrendite im Durchschnitt um 700 Basispunkte über der risikofreien Rendite liegen.

Für den Gewinn je Aktie strebt Swiss Re über die fünf Jahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10 Prozent an. Das ökonomische Eigenkapital pro Aktie plus Dividende soll ebenfalls um jährlich durchschnittliche 10 Prozent wachsen.

Die Naturkatastrophen im ersten Quartal würden zwar eine zusätzliche Herausforderung darstellen. "Sie werden zugleich aber auch die Trendwende im Markt, die wir für 2012/2013 erwartet haben, beschleunigen", wird CEO Lippe in der Mitteilung zitiert.

(cms/sda/awp)

 

Anzeige