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Quartalzahlen
Swiss Re trotz Hochwasser mit Gewinnsprung

Hochwasser im ostdeutschen Riesa im Juni: Höhere Schadenlasten für Swiss Re. (Bild: Keystone)

Trotz hoher Schadenzahlungen für Überschwemmungen hat der Rückversicherer den Gewinn vervielfacht und die Erwartungen übertroffen. Die Analysten sind dennoch nicht zufrieden.

Veröffentlicht am 08.08.2013

Der Rückversicherer Swiss Re hat im zweiten Quartal 786 Millionen Dollar verdient und damit das Ergebnis des Vorjahres deutlich übertroffen: Zwischen April und Juni 2012 hatte der Konzern wegen eines Abschreibers in der Folge eines Firmenverkaufs in den USA nur 83 Millionen Dollar verdient.

Gewinne am Kapitalmarkt, eine relative tiefe Schadenbelastung und umfangreiche Reserveauflösungen retteten den weltweit zweitgrössten Rückversicherer damals vor einem Verlust. Auch im nun abgeschlossenen Quartal stützten Anlagegewinne das Resultat.

Anders als im Vorjahr musste der Rückversicherer zwischen April und Juni aber wesentlich mehr Schadenlasten schultern. Das Hochwasser in Deutschland und Nachbarländern etwa kostete nach provisorischen Angaben 300 Millionen Dollar, und die Flut in Kanada bringt eine weitere Bürde von 177 Millionen Dollar.

Somit musste die Swiss Re mehr für Zahlungen verbuchen, als sie mit Prämien einnahm: Während die Combined Ratio im Vorjahr bei aussergewöhnlich tiefen 81 Prozent gelegen hatte, kam sie diesmal auf 100,7 Prozent.

Überraschender Gewinn

Sollte der Herbst keine grossen Naturereignisse mit sich bringen, für die der weltweit vernetzte Konzern weitere Zahlungen vornehmen müsste, wird die Schadenbilanz aber profitabel: Die Combined Ratio dürfte für das Gesamtjahr dann unter 92 Prozent betragen, sagte Quinn weiter.

Mit dem Reingewinn vom zweiten Quartal 2013 übertrifft die Voraussagen der Analysten indessen deutlich: Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten im Schnitt einen Gewinn von 675 Millionen Dollar vorausgesagt.

In der Sparte Schaden und Haftpflicht sank der Gewinn angesichts der Schadenlasten um 35 Prozent auf 468 Dollar, während er in der Division Leben- und Krankenversicherungen um 43 Prozent auf 141 Millionen Dollar absackte. Dort musste die Swiss Re unter anderem Reserven verstärken und spürte den Einfluss von Wechselkursen.

Höhere Prämien

In den kleineren Sparten Unternehmenskunden und Admin Re, wo geschlossene Versicherungsportefeuilles abgewickelt werden, wuchsen die Gewinne. Admin Re hatte im Vorjahr allerdings den Abschreiber von rund einer Milliarde Dollar verbucht.

Die Gewinnsteigerung verdankt der Konzern auch höheren Einnahmen: Die verdienten Prämien und Gebühreneinkommen steigen um 11 Prozent auf knapp 6,8 Milliarden Dollar. Auch dieser Wert fiel etwas höher aus als von den Analysten erwartet. Der Swiss Re gelang es indessen, bei den Erneuerungsrunden im Juli 12 Prozent mehr Geschäft zu zeichnen.

Die Aktie von Swiss Re verlor an der Schweizer Börse dennoch an Wert. Um kurz vor 10 Uhr verlor das Papier 1,17 Prozent auf 71.60 Franken. Sonderfaktoren hätten den Abschluss deutlich beeinflusst, erklärten Analysten. 

(tno/aho/sda)

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