Die Aktionärsvereinigung Actares will an der Generalversammlung des Rückversicherers Swiss Re den Vergütungsbericht ablehnen. Die Vergütungen lägen immer noch «weit über einem akzeptablen, für Durchschnittsverdiener nachvollziehbaren Mass», schreibt die Vereinigung.

Weiter bemängelte Actares in einem Communiqué, dass der Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns der Aktionärsversammlung nicht vorgelegt wird. Dieser müsse in den Geschäftsbericht integriert und nicht erst im Mai veröffentlicht werden. Dies lasse Zweifel aufkommen, ob die Nachhaltigkeit gleich ernst genommen werde wie die finanzielle Berichterstattung.

Bei Swiss Re stiegen 2012 die Vergütungen von Management und Verwaltungsrat. Die Summe für den Chef, die zu einem beträchtlichen Teil aus Aktienzuteilungen mit späterem Zugriff besteht, stieg laut Geschäftsbericht von 5,36 auf 6,74 Millionen Franken. Der Betrag muss allerdings aufgeteilt werden. Ein Zwölftel davon bekommt Stefan Lippe, der bis Ende Januar Chef des zweitgrössten Rückversicherers der Welt war. Den Rest, also das Chefsalär für elf Monate, bekommt der aktuelle Konzernchef Michel Liès.

Kielholz stellt sich zur Wahl

Der Fixlohn-Anteil inklusive Pensionskassenanspruch ist im Vergleich zum Vorjahr von 2,36 auf 1,84 Millionen Franken gesunken. Dafür erhöhte sich der Bonus von 3 auf 4,9 Millionen Franken. Die gesamte Geschäftsleitung des Konzerns erhält eine Gesamtvergütung von 12,3 Millionen Franken zugeteilt, nach 11,7 Millionen Franken im Vorjahr. Auch Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz bekam mehr. Der Konzernlenker erhielt mit 3,09 Millionen Franken in bar und 2,05 Millionen Franken in gesperrten Aktien insgesamt 5,14 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte ihm das von ihm präsidierte Gremium 4,8 Millionen Franken zugeteilt.

Kielholz, früherer Swiss-Re-Konzernchef und seit 2009 Verwaltungsratspräsident, stellt sich an der Generalversammlung erneut für eine Dreijahresperiode im Verwaltungsrat zur Verfügung. Dazu will die Swiss Re die britische Versicherungsexpertin Mary Francis ins Gremium holen. Francis hatte den Verband der britischen Versicherungsindustrie geleitet und war unter anderem auch Mitglied des Verwaltungsrates der Bank of England. Davor hatte sie in Verwaltungspositionen für die Regierung gearbeitet.

Actares begrüsst die Zuwahl einer Frau, habe Swiss Re doch beim Frauenanteil in Konzernleitung und Verwaltungsrat einen klaren Rückstand im Vergleich zu anderen führenden Schweizer Konzernen.

(muv/aho/sda)

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