Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re will Kosten und Schulden reduzieren. Finanzziele und Dividendenwachstum hätten weiterhin Priorität, sagte Finanzchef George Quinn  an einer Telefonkonferenz zum Investorentag. Bis 2015 wolle das Unternehmen die Kosten um 250 bis 300 Millionen Dollar senken.

Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei jedoch nicht geplant. «Es gibt kein spezifisches Stellenabbauprogramm», sagte Quinn.

Das eingesparte Geld soll in Bereiche investiert werden, die ein attraktive Rendite versprechen - beispielsweise in den Ausbau des Geschäfts in den Wachstumsmärkten Mexiko, Brasilien, China, Indien und Indonesien.

Swiss Re sei auf gutem Weg, um bis 2015 wie angestrebt 20 bis 25 Prozent der Gruppenprämien in den sogenannten High Growth Markets (HGM) zu erzielen. Im Jahr 2012 stammten bei Prämieneinnahmen von insgesamt 25,4 Milliarden Dollar rund 15 Prozent aus diesen Märkten.

Evolution statt Revolution

Die weltweit zweitgrösste Rückversicherer will den Fokus in den kommenden Jahren weiterhin auf die eingeschlagene Gruppenstrategie legen. «Wir halten an unserer Strategie fest», sagte Quinn. Oberste Priorität habe das Erreichen der Finanzziele 2011-2015.

Um die Eigenkapitalrendite zu maximieren, will der Konzern die Verschuldung um mehr als 4 Milliarden Dollar verringern. Swiss Re peilt bis 2015 im Durchschnitt eine Gewinnsteigerung je Aktie um 10 Prozent an und eine Eigenkapitalverzinsung, die 700 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegt.

«Ich bin zuversichtlich, dass wir gut aufgestellt sind, auch über das Jahr 2015 hinaus», sagte Quinn. Es sei denn auch keine Revolution, sondern vielmehr eine Evolution der Strategie vorgesehen.

Rentableres Life&Health-Geschäft

Überdies soll die Sparte Life & Health rentabler werden. Geplant ist eine Erhöhung der Eigenkapitalrendite auf 10 bis 12 Prozent bis 2015. Der Bereich steht für rund ein Drittel der Prämieneinnahmen. Erreicht werden soll dieses Ziel, indem die Verschuldung um mehr als 4 Milliarden Dollar zurückgefahren wird. Dazu sollen unter anderem vorrangige Verbindlichkeiten zurückgekauft werden.

Bei Swiss Re lief das Geschäft im laufenden Jahr bisher rund. Der Rückversicherer mit Hauptsitz in Zürich erzielte in den ersten drei Monaten des Jahres einen Gewinn von 1,38 Milliarden Dollar - gut ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

Bei den Prämien und Gebühreneinnahmen konnte Swiss Re zu Beginn des Jahres einen Zuwachs um 9 Prozent auf 6,78 MilliardenDollar verbuchen. Das klassische Kerngeschäft Rückversicherungen, bei Swiss Re unter dem Namen Property&Casualty Reinsurance geführt, trug mit rund 1 

Milliarden Dollar den grössten Anteil zum Konzerngewinn bei. Allein in diesem Geschäftsbereich nahm die Swiss Re 3,5 Milliarden Dollar an Prämien ein - 15 Prozent mehr als 2012.

(tno/aho/sda)

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