Die Fluggesellschaft Swiss warnt in der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vor den Folgen, sollte der Basler Euroairport unter französisches Steuerregime fallen. «Die mögliche Einführung des französischen Steuerrechts würde eine unklare, unberechenbare Steuersituation und damit eine deutliche Verschlechterung der Standortbedingungen mit sich bringen», sagt Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek. Sie spricht von einer «massiven Mehrbelastung» aufgrund neuer Steuern auf Löhne und Sozialabgaben.

Insgesamt würden sich die Steuern am Flughafen Basel-Mulhouse verdoppeln. Man habe sich deshalb im Vorfeld der Verhandlungen klar gegen die Einführung des französischen Steuerrechts am Euroairport ausgesprochen, sagt Ptassek.

Situation schreckt ab

Die Lufthansa-Tochter bekommt die Auswirkungen der unsicheren Situation schon heute zu spüren. Rund 50 Prozent ihrer Büroflächen im Swiss-Verwaltungsgebäude am Euroairport stehen leer, Interessenten würden durch die aktuelle Diskussion abgeschreckt. Brisant ist laut der «Schweiz am Sonntag» vor allem die Frage, was die drohende Situation für die Lufthansa bedeutet. Diese hatte erst kürzlich angekündigt, sie wolle ab kommendem Jahr mit der neuen Billigairline Eurowings ab Basel starten. Doch teurere Standortfaktoren passen nicht in die Billigstrategie.

Zur Frage, ob durch die neue Situation die Eurowings-Strategie in Gefahr sei, heisst es bei der Lufthansa, es sei noch zu früh, weitere Angaben dazu zu machen. Auch Markus Leopold, Sprecher der irischen Ryanair, die seit diesem Jahr wieder nach Basel fliegt, will sich zu einem möglichen Expansionsstopp nicht äussern. Die Schweizer Niederlassung der englischen Easyjet, der Marktführerin in Basel-Mulhouse, hat hingegen bereits angekündigt, dass weitere Investitionen auf Eis gelegt seien.

(dbe)

Anzeige