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Swiss servierte Vegetarier Fleisch: Busse in Indien

Swiss-Flieger: Verwechslung beim Essen hatte Folgen für einen Passagier. Keystone

Auf einem Swiss-Flug von Zürich nach Mumbai hat ein Vegetarier Fleisch serviert bekommen. Der Passagier zog den Streit auf höchste Ebene – dabei reichte ihm die Airline die Hand.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 24.08.2016

Der Streit um eine Bord-Mahlzeit schlägt in Indien Wellen: Swiss hat einem Vegetarier auf einem Flug von Zürich nach Mumbai nicht die vorbestellte Verpflegung serviert, sondern das Menü mit Fleisch. Der Passagier hatte für den Fehler – der im Jahr 2011 geschah – wenig Verständnis und reichte Beschwerde ein.

Der Betroffene wandte sich allerdings nicht nur an die Airline selbst, sondern wählte den Weg der Justiz, wie der indische «Deccan Chronicle» berichtet. Die lokal zuständige Stelle sprach dem Kläger eine Kompensation von 20'000 Rupien (rund 286 Franken) und einen Business-Upgrade für seinen nächsten Flug zu. Doch das war dem Passagier nicht genug.

Doppelter Fauxpas der Swiss

Denn sein Menü im Swiss-Flieger hätte ein Jain-Mahl sein sollen, also nicht nur vegetarisch, sondern nach den Geboten des indischen Jainismus produziert. Diese religiöse Ausrichtung gebietet nicht nur den Verzicht auf Fleisch, sie versucht auch die Gewalt an Pflanzen zu beschränken. Mit dem Servieren der falschen Mahlzeit beginn die Swiss also gleich einen doppelten Fauxpas.

Der Inder zog den Vorfall vor die NCDRC, die national zuständige Kommission für Konsumentenkonflikte. Das gleiche Gremium verdingte Nestlé vor einem Jahr, gemeinsam mit dem Obersten Gerichtshof, die Bleiwerte in seinen Nudeln zu überprüfen. Damit hatte der Streit um die Fleisch-Mahlzeit höchste Ebenen erreicht. Die NCDRC fungiert ähnlich einer Gerichtsbarkeit und wird von ehemaligen Mitgliedern des Obersten Gerichtshofes in Indien vertreten. Seine Aufgabe: den Anliegen der Konsumenten Genüge zu tun.

Business-Flug als Kompensation

In diesem Fall allerdings entschied der NCDRC zugunsten von Swiss. Der Grund: Der vegetarische Passagier war laut «Deccan Chronicle» von seinem Sitznachbarn aufmerksam gemacht worden, dass seine Mahlzeit Fleisch enthalte. Der Vorsitzende Richter am NCDRC, Ajit Bharihoke, begründete den Entscheid: «Es kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer nicht-vegetarisches Essen zu sich genommen hat. Unter diesen Umständen ist die Kompensation angemessen.» Einzig für den Streitwert der Sache verpflichtete die NCDRC zu einer Zahlung von weiteren 10'000 Rupien (143 Franken).

Die Swiss unterdessen reichte dem streitbaren Vegetarier die Hand. Sie entschuldigte sich bereits vor Jahren schriftlich bei dem Passagier und sagte ihm zu, dass künftig ein Abschnitt eines Fluges zwischen Indien und Europa von Economy auf Business heraufgestuft werde.


 

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