Die Fluggesellschaft Swiss hat trotz widrigem Umfeld seinen Gewinn gesteigert: Unter dem Strich blieben im dritten Quartal 141 Millionen Franken und damit drei Prozent mehr als im Vorjahr. In den ersten neun Monaten wuchs der Gewinn sogar um 24 Prozent auf 259 Millionen Franken (Vorjahr: 209 Millionen Franken).

«Wir haben ein positives Ergebnis erzielt, gerade im Hinblick auf die widrigen Rahmenbedingungen», sagte Swiss-Chef Harry Hohmeister. Er betonte aber, dass die Schweizer Airline ihre Anstrengungen verstärken müsse, um die «anhaltende Erlösschwäche» auszugleichen und die »bevorstehenden Investitionen in die Flotte» zu finanzieren. Swiss beteiligt sich am Sparprogramm Score der Mutter Lufthansa.

Ergebnis über Vorjahresniveau

Der starke Wettbewerbsdruck belasteten die Erträge ebenso wie der starke Schweizer Franken, hiess es. Hinzu kam die instabile politische Lage in unterschiedlichen Destinationen wie in der Ukraine, die sich negativ auf die Buchungs- und Ertragssituation auswirkte. Der Heimatmarkt Schweiz entwickelte sich positiv.

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Für das Gesamtjahr rechnet Swiss weiterhin mit einem Ergebnis deutlich über Vorjahresniveau. Die Airline teilte mit, dies sei massgeblich bedingt durch die neue Abschreibungspolitik für Flugzeuge innerhalb der Lufthansa-Gruppe.

Lufthansa senkt Gewinnprognose erneut

Beim Mutterkonzern ist die Entwicklung verhaltener:  Die Lufthansa senkt zum zweiten Mal ihren Gewinnausblick für das nächste Jahr. Statt bislang zwei Milliarden Euro operativen Gewinn werde neu für 2015 nur noch ein Ergebnis «deutlich über dem diesjährigen» erwartet. «Die absehbare Eintrübung der Konjunktur und wettbewerbsbedingt sinkende Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft werden unsere Rahmenbedingungen im kommenden Jahr prägen», begründete Finanzchefin Simone Menne am Donnerstag den Schritt.

Am Ausblick von einer Milliarde Euro operativen Gewinn für 2014 hält Europas grösster Luftfahrtkonzern hingegen fest. In den ersten drei Quartalen sei die Kennzahl um 28 Prozent auf 849 Millionen Euro gestiegen. Von Reuters befrage Analysten hatten mit 823 Millionen Euro gerechnet.

Streiks kosten 170 Millionen Euro

Die Streiks in diesem Jahr, vor allem die Arbeitsniederlegungen der Piloten, haben insgesamt mit 170 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Falls noch weiter gestreikt würde, hätte das Einfluss auf die Prognose für dieses Jahr, sagte Menne. Die Piloten bestreiken die Lufthansa seit April und haben seitdem acht Mal die Arbeit niedergelegt. Eine Lösung des Tarifkonflikts ist bislang nicht in Sicht.

(me, mit Material von reuters)