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Luftfahrt
Swiss und Lufthansa koppeln Flugmeilen an Ticketpreis

Swiss-Kloten-Flughafen
Swiss-Flieger: Die Airline belohnt Vielflieger künftig stärker.Quelle: Keystone

Swiss und Konzernmutter Lufthansa erneuern die Berechnung der Flugmeilen im «Miles & More»-Programm. Besonders gross sind die Änderungen für Vielflieger.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 12.12.2017

Wer teuer fliegt, bekommt mehr Bonus: Die Lufthansa und damit auch Konzerntochter Swiss ändert ihr System zur Berechnung von Flugmeilen. Ab dem 12. März 2018 bildet der Flugpreis die Grundlage für die Berechnung im «Miles & More»-Programm. Bisher richteten sich diese nach der Buchungsklasse und der Flugstrecke.

Als Flugpreis gilt der Ticketpreis zuzüglich der von den jeweiligen Fluggesellschaften erhobenen Zuschläge in Euro, schreibt die Lufthansa in einer Mitteilung. Der Kurs wird bei Zahlung in einer anderen Währung tagesaktuell umgerechnet.

Vier oder sechs Flugmeilen pro Euro

Der Passagier bekommt künftig pro bezahlten Euro Bonusmeilen gutgeschrieben. Bei einem durchschnittlichen Fluggast sind dies vier Flugmeilen pro Euro, wer dagegen Vielfliegerstatus erlangt, steigert sich auf sechs Flugmeilen pro Euro. Diesen Status erhalten Passagiere der Swiss ab 35'000 Flugmeilen pro Jahr.

Die neue Rechenweise soll damit einfacher werden und belohnt Vielflieger dabei stärker als bisher, so die Lufthansa. Diese erhalten von Swiss, Lufthansa und Austria Airlines einen Prämienbonus von 50 Prozent – eben zwei zusätzliche Flugmeilen pro Euro. Bisher waren es 25 Prozent.

Genau das stört einige Swiss- und Lufthansa-Kunden. «Lufthansa passt sich dem allgemeinen Trend zur Entwertung der Airline-Loyalitätsprogramme an», kommentiert ein Nutzer die Nachricht auf dem Luftfahrtportal Aerotelegraph. «Früher haben auch Privatreisende mit maximal zehn bis  Flügen pro Jahr einen Wert aus den Loyalitätsprogramme der Airlines gezogen. Mittlerweile sind die Loyalitätsprogramme für diese Kundengruppe komplett bedeutungslos.»

Lufthansa will Anzahl der Meilen nicht reduzieren

Auf Flügen mit Eurowings, Brussels Airlines und den weiteren Miles & More Partnerairlines bleibe der Prämienmeilenbonus wie bisher bei 25 Prozent, heisst es weiter. Statusteilnehmer würden entsprechend fünf Prämienmeilen pro Euro sammeln.

Die Anzahl der vergebenen Meilen soll sich dabei laut Lufthansa nicht ändern. «Es sollen keine Meilen eingespart werden, nur anders verteilt», sagte eine Unternehmenssprecherin der «Welt». Die Lufthansa rechne demnach damit, dass 70 Prozent der Fluggäste auf Deutschland/Europa-Strecken künftig mehr Meilen gutgeschrieben bekommen.

Erwerb hochpreisiger Tickets künftig stärker honoriert

Mit dieser Umstellung honoriert die Lufthansa den Erwerb hochpreisiger Tickets künftig stärker als bisher. Der harte Preisdruck in der Luftfahrt, der auch die Lufthansa zu günstigeren Preisen und den Ausbau von Niedrigpreis-Töchtern wie Eurowings zwingt, legt diesen Schritt nahe.  Vor der Lufthansa haben in den vergangenen zwei Jahren bereits Anbieter wie American Airlines, United und Delta die Vergabe der Flugmeilen an den Ticketpreis gekoppelt.

Das neue Meilensammel-System gilt für alle Buchungen über einen Kanal der Lufthansa Gruppe. Bei Buchungen über ein Reisebüro gibt eine Ziffer auf dem Ticket Aufschluss, nach welchem System die Meilen berechnet werden. Meilen für Flugbuchungen über andere Airlines werden wie bisher berechnet, also nach der zurückgelegten Distanz.

Unberührt bleiben die Privilegien, die Meilensammler und Vielflieger mit ihrem Status erhalten. Diese werden ebenso gewährt wie bisher. Das Miles&More-Programm ist in einer Tochterfirma der Lufthansa organisiert und zählt 30 Millionen Mitglieder weltweit. Die Swiss ist seit 2006 Partner-Airline des Programms.

(Mit Material von sda)

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