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Swiss will durch ausländische Flugbegleiter Kosten sparen

Beim Schweizer Kabinenpersonal der Swiss ist die Sorge gross, dass die Strategie ausgeweitet wird. (Bild: Keystone)

Die Swiss plant laut einem Bericht, aus Kostengründen vermehrt ausländische Flugbegleiter einzusetzen. Die Airline hat demnach in den letzten Jahren Crew-Stützpunkte im Ausland aufgebaut, um vor Ort M

Veröffentlicht am 01.07.2012

Das Swiss-Management hat dieses Woche ein E-Mail an das Kabinenpersonal, in dem die Anwendung einer Strategie namens «FOR on beyond» dargelegt wird. Das berichtet die Zeitung «Der Sonntag». Ziel der Strategie sei es, mehr «Foreign Flight Attendants» (FOR), also ausländische Flugbegleiter, einzusetzen.

 

Denn die ausländischen Flight Attendants arbeiten laut der Zeitung für einen deutlich tieferen Lohn als ihre Schweizer Crew-Kollegen. Seit einiger Zeit wende die Swiss die Strategie schon auf den Destinationen Dubai/Maskat, Tel Aviv und Kairo an, wie dem Schreiben zu entnehmen sei.

 

Ab dem 1. September wird laut «Sonntag» neu auch Johannesburg, Südafrika, in dieses Konzept aufgenommen. Die Schweizer Cabincrew verliere dadurch zwei Positionen. «Wir können jedoch dadurch unsere Personalkosten für das gesamte Korps im Plan halten, ohne andere Massnahmen prüfen zu müssen», heisst es demnach im Mail. Um Entlassungen zu vermeiden, würden deshalb bereits seit Mai auf der Rotation Delhi–Zürich–Delhi vier indische Flight Attendants eingesetzt.

 

Die Swiss hat dem Zeitungsbericht zufolge in den letzten Jahren Schritt für Schritt Crew-Stützpunkte im Ausland aufgebaut – in Tokio, Bangkok, Mumbai, Delhi, Schanghai und Peking –, um vor Ort ausländische Mitarbeiter zu rekrutieren. «Intern wurde uns dies immer mit der Kundennachfrage begründet, mit den Sprach- und Kulturkenntnissen der ausländischen Angestellten», zitiert der «Sonntag» Georg Zimmermann von der Kabinenpersonal-Gewerkschaft Kapers. «Doch jetzt ist für uns klar, dass es eigentlich nur um wirtschaftliche Gründe geht.»

 

«Entschieden ist nichts»

 

Denn im Konzept «FOR on beyond» würden laut «Sonntag» zum Beispiel die indischen oder thailändischen Flight Attendants nicht nur auf Flügen nach Indien oder Thailand eingesetzt, sondern auch auf Destinationen, wo die spezifischen Sprachqualifikationen nicht zur Anwendung kommen. Beim Schweizer Kabinenpersonal sei die Sorge nun gross, dass diese Strategie ausgeweitet wird.

 

Swiss-Sprecher Mehdi Guenin sagte der Zeitung dazu: «Entschieden ist nichts.» Er verweist auf die relativ niedrige Auslandquote beim Kabinenpersonal. Von den rund 3500 Flugbegleitern hätten erst 150 einen ausländischen Arbeitsvertrag.

 

Erst Mitte Juni hatte die «Handelszeitung» über das Swiss-Projekt «Calvin & Zwingli» berichtet. Darin wird die Aufspaltung der Fluggesellschaft in zwei verschiedene Gesellschaften durchspielt.

 

(tno)

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