Seit Anfang Jahr ist das neue EU-CO2-Gesetz in Kraft, dass der Swiss jährlich 10 bis 15 Millionen Franken an Mehrkosten beschert. Es sieht vor, dass Unternehmen, die mit ihren Geschäften das Klima besonders belasten, Emmissions-Zertifikate erwerben. So soll der Schadstoffausstoss langfristig sinken. Seit Januar gilt das Gesetz auch für Fluggesellschaften. Und sorgt bei diesen für höhere Kosten. W diese Kosten bei der Swiss zu tragen hat: Die Passagiere. «Wir werden die Zusatzkosten wie andere Airlines an die Kunden weitergeben müssen», sagt Swiss-Chef Harry Hohmeister gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Wie hoch diese Preiserhöhungen ausfallen werden, sei abernoch nicht entschieden. Die EU selber rechnete im Vorfeld mit durchschnittlich bis zu 15 Franken teureren Tickets.

Für Hohmeister ist das CO2-Gesetz die falsche Lösung: «Unseren Ansprüchen an ein sinnvolles ökonomisches Instrument genügt das EU ETS nicht.», sagt er gegenüber dem Sonntag. Da der internationale Widerstand gegen das System so gross ist, müsse man zuerst diesen globalen Konflikt lösen. Dann solle man sich weltweit auf tragbare Lösungen einigen. US-Fluggesellschaften haben bereits vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das System geklagt, allerdings ohne Erfolg.

China weigert sich ganz einfach, daran zu partizipieren. Für Hohmeister ist das keine Überraschung: «Die Position ist nachvollziehbar und war auch absehbar. Der internationale Widerstand ist nur das Resultat des Sololaufs der EU.» Grundsätzlich befürworte die Swiss Massnahmen zum Klimaschutz. Aber: Das EU ETS führe zu einer einseitigen, zusätzlichen Belastung für europäische Fluggesellschaften. «Die Frage ist aber letztlich, wofür die Lenkungsabgaben verwendet werden. Werden damit ganz einfach Staatshaushalte saniert, lehne ich dies strikt ab.» 

Anzeige

(laf)