Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat im ersten Halbjahr 2015 weiter zugelegt. Der Halbjahresgewinn stieg allerdings vor allem wegen dem einmaligen Beteiligungserlös aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung stark an und lag mit 83,1 Millionen Franken um rund 43 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Geschäftserfolg als Kennzahl für die operative Leistung der Bank verbesserte sich um 19 Prozent auf 77,0 Millionen Franken.

Insgesamt erwirtschaftete die Ostschweizer Kantonalbank im Halbjahr einen um 7,9 Prozent höheren Betriebsertrag von 163,5 Millionen Franken, wie sie am Freitag mitteilte. Haupttreiber war das Zinsengeschäft, wo das Institut den Brutto-Erfolg um 7,9 Prozent auf 122,1 Millionen Franken verbessern konnte. Zu der Verbesserung trug das weitere Hypothekarwachstum bei, allerdings schlug auch die gewählte Zinsabsicherungsstrategie positiv zu Buche. Unter Berücksichtigung der erneut niedrigen Wertberichtigungen im Ausleihungsgeschäft resultierte ein Netto-Zinsenerfolg von 121,5 Millionen Franken (+8,3 Prozent).

Unsicheres Börsenumfeld

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft musste die Bank dagegen einen Rückgang um 8,1 Prozent auf 26,8 Millionen Franken hinnehmen. Im unsicheren Börsenumfeld agierten viele Anleger zurückhaltend, so die TKB. Dagegen stieg der Erfolg im Handelsgeschäft dank vermehrten Devisentransaktionen nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses um über 50 Prozent auf 12,7 Millionen Franken. Der Geschäftsaufwand blieb mit 163,5 Millionen Franken (+0,3 Prozent) in etwa stabil. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich damit leicht auf 49,3 Prozent nach 53,2 Prozent im Jahr 2014.

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Die Bilanzsumme der TKB ist gegenüber Ende 2014 um 4,0 Prozent auf 20,4 Milliarden Franken gestiegen. Bei den Ausleihungen resultierte ein Wachstum von 2,8 Prozent auf 17,6 Mrd, wobei die Hypothekarforderungen im Halbjahr mit einen Plus von 3,3 Prozent zunahmen. Auch bei den Kundengeldern setzte sich das Wachstum fort: Insgesamt stiegen die verwalteten Kundenvermögen um 0,3 Prozent auf 15,6 Mrd Franken. Den Netto-Neugeldzufluss beziffert die TKB auf 309 Millionen Franken nach 151 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Moderate Entwicklung im zweiten Halbjahr erwartet

Für das zweite Halbjahr erwartet die Bank einen «soliden Geschäftsgang», sollten sich die Rahmenbedingungen «nicht wesentlich ändern». Da der Geschäftserfolg der Bank im ersten Semester auch von Einmaleffekten beeinflusst war, würden sich die Erträge im zweiten Semester moderater entwickeln, so die Bank. Insgesamt geht die TKB für das Jahr 2015 von einem «guten Ergebnis und einem höheren Unternehmenserfolg als im Vorjahr» aus.

(awp/me/ama)