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Swisscom-Chef kontert Kritik der Verleger

Urs Schaeppi: Der Swisscom-Chef kontert die Kritik Schweizer Verleger. Keystone

Die Werbeallianz von Swisscom, SRG und Ringier hat viel Staub aufgewirbelt, die Weko prüft den Deal, Verleger wittern Verzerrungen im Markt. Swisscom-Chef Urs Schaeppi wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Veröffentlicht am 13.09.2015

Personalisierte Werbung auf den Kanälen des Schweizer Fernsehens: Das ist für Swisscom-Chef Urs Schaeppi eines der Ziele des geplanten Gemeinschaftsunternehmens von Swisscom, SRG und Ringier. «Künftig werden fast alle zeitversetzt TV schauen», sagt Schaeppi im Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Die Werbung wird systematisch übersprungen, ausser es handelt sich um Werbung, die für den Zuschauer relevant ist.»

Für den Chef des Schweizer Telekom-Riesen ist klar, dass hiesige Werbe-Vermarkter von globalen Konzernen wie Google und Facebook bedrängt werden. «Wenn es nicht ein Schweizer Akteur tut, dann wird es einer aus dem Ausland tun.»

Ethikkommission prüft Datenschutz

Schaeppi hofft nun, dass auch die Wettbewerbskommission dieser Argumentation folgt und sich Überlegungen macht, wie der Markt in ein paar Jahren funktionieren wird. Die drei Firmen würden nur anonymisierte und aggregierte Daten verwenden. «Persönliche Daten unserer Kunden verkaufen wir nicht», versichert Schaeppi.

Eine Ethikkommission werde prüfen, ob der Datenschutz gewährleistet ist. Auch sollen sich Kunden den neuen Vermarktungs-Methoden entziehen können. «Wenn Sie keine personalisierte Werbung haben wollen, werden Sie keine zu sehen bekommen», so Schaeppi.

Kritik gekontert

Verleger kritisieren das Joint-Venture von Swisscom, SRG und Ringier. Die Konzentration auf die drei Unternehmen führe zu einer grotesken Wettbewerbsverzerrung, so der Vorwurf. Keiner wisse so viel über die Vorlieben der Schweizer wie die Swisscom. Dieses Wissen sei Gold wert für die Werbung, die immer individueller ausgerichtet sei.

Schaeppi kontert die Kritik. «Swisscom ist ein börsenkotiertes Unternehmen, und die Daten gewinnen wir im freien Wettbewerb», sagt er. Verlage wie etwas Tamedia hätten auch Daten, die sich für die Werbevermarktung eignen. «Erhalten wir dann ihre auch gratis?»

(ise)

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