Im allerletzten Moment gelang es Swisscom-Chef Carsten Schloter, den für Fastweb zuständigen Staatsanwalt zu überzeugen: Schloter warf seinen guten Ruf in die Waagschale und erklärte sich bereit, die Tochterfirma Fastweb vorerst selbst zu führen. Die Aufspaltung von Fastweb allein, wie die Swisscom das ursprünglich vorgeschlagen hatte, genügte der Justiz nicht (siehe «Handelszeitung» vom 31.3.2010). Erst Schloters persönlicher Einsatz brachte die Staatsanwaltschaft dazu, ihren Antrag auf die Einsetzung eines Kommissariats zurückzuziehen.

Noch völlig unklar ist, auf wie lange Zeit Schloter jeweils zwei bis drei Tage pro Woche in Mailand tätig sein wird. Auch auf Nachfrage bleibt die Swisscom bei der schwammigen Zeitspanne von «ein paar Monaten». Im Tagesgeschäft wird Ueli Dietiker, Schloters Stellvertreter und Leiter Finanzen & Controlling, nun verstärkt eingebunden. Schloter könne sich «auf ein sehr gut eingespieltes Team stützen», erklärt die Swisscom. Der Sondereffort ist nötig, damit der 2007 erfolgte Kauf von Fastweb nicht zum finanziellen Bumerang wird. Bereits musste Fastweb im Jahresabschluss 2009 nachträglich eine Rückstellung von 70 Mio Euro bilden. Als Folge dieser Rückstellung weist der Konzern für 2009 einen Verlust aus. Swisscom wird die Rückstellung im 1. Quartal 2010 als Aufwand erfassen.