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Swisscom legt Gewinnsprung hin

Die Swisscom hat die Erwartungen leicht übertroffen. (Bild: Keystone)

Nach dem Absturz 2011 hat die Swisscom beim Gewinn 2012 kräftig zugelegt. Der Umsatz fiel dagegen leicht tiefer aus als im Vorjahr.

Veröffentlicht am 07.02.2013

Die Swisscom hat im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung gemacht. Unter dem Strich schoss der Reingewinn von 694 Millionen auf 1,762 Milliarden Franken nach oben. Damit hat sich der Konzern vom Absturz von 2011 wieder aufgefangen, als die italienische Tochter Fastweb das Ergebnis verhagelt hatte.

Damals musste die Swisscom wegen der düsteren Lage in Italien auf dem Mailänder Breitbandanbieter einen Milliardenabschreiber vornehmen, der den Gewinn der Swisscom um 1,2 Milliarden Franken in die Tiefe riss. Nun ist die Swisscom ungefähr wieder zurück auf dem Gewinnniveau von 2010, als der «Blaue Riese» 1,786 Milliarden Franken verdient hatte.

Der Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr leicht um 0,7 Prozent auf 11,384 Milliarden Franken, wie die Swisscom bekannt gab. Die Preiserosion von 400 Millionen Franken im traditionellen Telekomkerngeschäft habe man aber durch neue Umsätze wettmachen können.

Diese Geschäfte seien jedoch weniger profitabel. Zudem hätten die Kosten für Stellenabbau und Personalvorsorge zu Buche geschlagen. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) sank um 4,4 Prozent auf 4,381 Franken.

Fastweb auf Kurs

Fastweb sei wieder auf Kurs, schreibt die Swisscom. Auf vergleichbarer Basis sei der Umsatz leicht um 0,5 Prozent auf 1,613 Milliarden Euro gestiegen. Der Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte um 11,1 Prozent auf 500 Mio. Euro nach oben.

Das sei eine substantielle Steigerung angesichts der schwierigen Bedingungen, unter denen das Unternehmen in Italien nach wie vor leide, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Firmenvideo. Zudem habe Fastweb die Marktanteile massiv ausgebaut. «Von allen Anbietern im italienischen Markt haben wir am meisten Kunden gewonnen.»

Trend zu Bündelangeboten und Pauschaltarifen

Im Schweizer Geschäft sei der Umsatz mit 9,268 Milliarden Franken stabil geblieben (+0,3 Prozent). Das operative Ergebnis schrumpfte um 2,1 Prozent auf 3,768 Milliarden Franken. Der Trend zu Bündelangeboten und Abonnements mit Pauschaltarifen habe angehalten. Die Zahl der Kunden mit Kombiangeboten für Telefon, TV und Internet oder Handy legte um 28,3 Prozent auf 788'000 zu. Abonnenten zu.

Auch der Mobilfunk wuchs weiter. Die Zahl der Mobilfunkverträge kletterte um 2,8 Prozent auf 6,2 Millionen. Mit den vor sechs Monaten lancierten Pauschaltarifabos Natel Infinity konnte die Swisscom bis Ende Jahr 889'000 Kunden gewinnen. Mittlerweile seien es eine Million, sagte der Swisscom-Chef.

Und diese Kunden würden viel mehr unterwegs surfen oder Musik streamen. «Der Mobilfunkverkehr wächst im Augenblick um 10 Prozent pro Monat. Wenn das so weitergeht, werden wir bis Ende Jahr eine Verdreifachung des Mobilfunkverkehrs haben», sagte Schloter.

Erwartungen leicht übertroffen

Insgesamt hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 11,331 Milliarden Franken und einem Ebitda von 4,361 Milliarden Franken gerechnet. Beim Reingewinn hatten die Experten 1,739 Milliarden Franken vorhergesagt.

Für das laufende Jahr erwartet die Swisscom einen Umsatz von 11,3 Milliarden Franken und einen Rückgang des Ebitda auf 4,25 Milliarden Franken. Zu Buche schlagen werde unter anderem eine Änderung der Rechnungslegung der Personalvorsorge, welche die Kosten um 110 Millionen Franken steigen lasse, hiess es weiter.

(tke/aho/sda/awp)

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