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Halbjahreszahlen
Swisscom macht deutlich weniger Gewinn

Swisscom: Der Ausblick ist leicht besser. (Bild: Keystone)

Der Telekomriese hat im ersten Semester weniger verdient und umgesetzt. Das Betriebsergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent ab.

Veröffentlicht am 07.08.2013

Die Swisscom verzeichnet für das erste Halbjahr 2013 ein Minus bei Umsatz und Gewinn. Der Nettoumsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent auf 5,596 Milliarden Franken.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) lag mit noch 2,102 Milliarden Franken 5,5 Prozent im Minus. Das Betriebsergebnis (Ebit) sackte um 12 Prozent auf 1,110 Milliarden Franken. Unter dem Strich resultierte ein um 9,7 Prozent niedrigerer Reingewinn von 819 Millionen Franken, wie der Telekomkonzern in einer Mitteilung schreibt. Der Reingewinn nach Minderheiten betrug 815 Millionen nach 900 Millionen Franken im Vorjahr.

Mit diesen Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen grösstenteils erfüllt. Analysten hatten durchschnittlich einen Umsatz von 5,538 Milliarden, einen Ebitda von 2,115 Milliarden, einen Ebit von 1,129 Milliarden sowie einen Reingewinn nach Minderheiten von 805 Millionen Franken prognostiziert.

Herausforderung nach Schloters Tod

«Unser Abschluss ist solide, wir sind auf Kurs», lässt sich Interims-CEO Urs Schaeppi zitieren. «Wir werden die bisherige Strategie mit starkem Fokus auf Kundenservice und Innovationen konsequent weiter führen. Trotz anhaltendem Konkurrenz- und Preisdruck sind wir zuversichtlich für das zweite Halbjahr.»

Schaeppi verwies auf das generell schwierige Umfeld im Telefongeschäft: «Wir haben nach wie vor Preiserosion», sagte er in einer telefonischen Medienkonferenz. Insgesamt seien die Preise im Berichtszeitraum um 200 Millionen Franken erodiert. Das betreffe vor allem den Bereich Roaming mit 90 Millionen Franken. Diese Entwicklung werde in den kommenden Monaten voraussichtlich jedoch etwas abflachen. Der Preisdruck werde aber weiterhin bestehen, so Schaeppi.

Mit Blick in die Zukunft sei eine Herausforderung, dass die Organisation Zuversicht und Motivation bekomme nach dem Tod von Carsten Schloter, sagte der Interims-CEO. Er spüre jedoch sehr viel Kraft und Motivation bei der Belegschaft. Bis Ende Jahr will die Swisscom einen definitiven Nachfolger für Schloter finden.

Investitionen leicht gestiegen

Die italienische Tochter Fastweb hat einen um 13 Millionen Euro tieferen Umsatz (ohne Hubbing) von 785 Millionen Euro erzielt. Die Kundenbasis wurde in der Berichtsperiode derweil um 12,8 Prozent auf 1,89 Millionen Kunden erhöht.

Die Investitionen stiegen leicht um 0,4 Prozent auf gut 1 Milliarde Franken. In der Schweiz reduzierten sie sich indes wegen der schlechten Witterung um 4,6 Prozent auf 706 Millionen Franken.

Umsatzprognose erhöht

Die Swisscom bestätigt mit dem Abschluss des ersten Semesters die grundsätzlichen finanziellen Erwartungen für das Gesamtjahr. Aufgrund von Firmenkäufen im bisherigen Jahresverlauf wird die Umsatzprognose allerdings auf neu 11,4 Milliarden Franken von bisher rund 11,3 Milliarden Franken angehoben. Der Ebitda wird wie bisher kommuniziert bei mindestens 4,25 Milliarden und Investitionen bei 2,4 Milliarden Franken gesehen.

Beim Umsatz ohne Fastweb rechnet Swisscom für 2013 neu mit rund 9,5 Milliarden statt wie bisher mit rund 9,34 Milliarden Franken. Für den Ebitda ohne Fastweb wird unverändert ein Rückgang auf 3,64 Milliarden erwartet.

Dividende von 22 Franken geplant

Die Zukäufe im ersten Halbjahr, die zur Anhebung der Umsatzerwartung führen, waren die Übernahme der Mehrheit an Cinetrade sowie die Geschäfte von Entris. Beide zusammen dürften einen zusätzlichen Umsatz von rund 150 Millionen Franken generieren, so die Erwartung der Swisscom.

Bei Erreichen der Ziele plant Swisscom weiterhin, der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2013 erneut eine Dividende von 22 Franken pro Aktie vorzuschlagen.

(tno/moh/awp) 

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