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Swisscom mit weniger Gewinn - Fastweb erholt

Swisscom-CEO Carsten Schloter: Sein Konzern präsentiert im ersten Halbjahr ein Minus. (Bild: Keystone)

Tieferer Nettoumsatz und weniger Gewinn - es war ein schwaches Halbjahr für den Telekomriesen Swisscom. Doch zumindest das Sorgenkind in Italien scheint wieder auf Kurs zu sein.

Veröffentlicht am 08.08.2012

Bei der Swisscom geht die Erosion beim Ergebnis weiter: Im ersten Halbjahr hat der grösste Telekomkonzern der Schweiz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent auf 5,621 Milliarden Franken hinnehmen müssen, wie die Swisscom bekannt gab.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) verringerte sich um 1,5 Prozent auf 2,236 Milliarden Franken. Unter dem Strich verdiente der Konzern 928 Millionen Franken. Das sind 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Damit hat die Swisscom die Gewinnerwartungen der Analysten leicht übertroffen. Diese hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt bei einem Umsatz von 5,631 Milliarden Franken mit einem Ebitda von 2,221 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 911 Millionen Franken gerechnet.

Aufs Ergebnis drückten zusätzliche Kosten für Stellenabbau und nicht geldwirksame Aufwendungen für Personalvorsorge. Ohne diese wäre der Ebitda um 0,9 Prozent höher als im Vorjahressemester, hiess es.

Für das gesamte Jahr 2012 schraubt die Swisscom die Umsatzerwartungen leicht zurück. Aufgrund der Währungsentwicklung erwarte man nun einen leicht tieferen Nettoumsatz von 11,3 Milliarden Franken. Bisher hatte der Konzern 11,4 Milliarden Franken angepeilt.

Die übrigen Finanzziele blieben unverändert. Weiterhin rechnet die Swisscom mit einem Ebitda von 4,4 Milliarden Franken.

Erholung bei Fastweb

Die italienische Tochtergesellschaft Fastweb ist derwei offenbar über den Berg. Das einstige Sorgenkind, das der Swisscom in den vergangenen zwei Jahren den Gewinn verhagelt hatte, hat im ersten Semester 2012 trotz weniger Umsatz operativ mehr verdient.

Man habe das Problem mit Privatkunden, die ihre Rechnungen nicht bezahlten, in den Griff bekommen. Heute seien es nur noch 2 bis 3 Prozent, sagte Schloter. «Das ist für Italien ein sehr guter Wert.» Zum Vergleich: In der Schweiz sind es laut dem Swisscom-Chef weniger als 1 Prozent. Damit stehe die Schweiz aber einzigartig da in Europa.

Dennoch sei der Umsatz im Privatkundengeschäft bei Fastweb wegen des harten Wettbewerbs um 5,5 Prozent geschrumpft. Den Rückgang habe Fastweb aber durch 78'000 Neukunden und das Wachstum im Grosskundengeschäft kompensieren können. «Fastweb ist wieder voll auf Kurs», sagte Schloter.

Die Sparanstrengungen des italienischen Staates, der wegen der Schuldenkrise die Ausgaben massiv stutzen muss, treffen Fastweb nicht so hart: Die Behörden würden gut 80 Prozent ihrer Telekomdienstleistungen bei Ex-Monopolistin Telecom Italia beziehen.

Der Staat könnte noch mehr sparen, wenn er mehr von privaten Telekomanbietern beziehen würde, sagte Schloter: «Das bietet Fastweb noch einiges an Wachstumspotential.»

(tno/muv/sda/awp)

 

Interview mit Swiscom-CEO Carsten Schloter

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