Die Swisscom hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 beim Umsatz stagniert und unter dem Strich deutlich weniger Gewinn erzielt. Die Prognosen der Analysten wurden beim Umsatz erfüllt, beim Gewinn verfehlt. An den Zielen für das Gesamtjahr hält das Management fest.

Der Umsatz nahm zwischen Januar und September minimal um 0,3 Prozent auf 8,65 Milliarden Franken zu. Zu konstanten Währungen und ohne Firmenzu- und -verkäufe hätte ein Plus von 1,2 Prozent resultiert, wie die Swisscom mitteilt.

Auf Wachstumskurs im TV-Segment

Gewachsen ist die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt dank Bündelangeboten, deren Umsatz um 17 Prozent auf 1,65 Milliarden Franken gesteigert wurde. Auf Wachstumskurs ist Swisscom auch im TV-Segment, wo die Anzahl der Anschlüsse auf 1,28 Millionenstieg (+13 Prozent). Auch die Italientochter Fastweb steigerte ihre Erlöse (+4,6 Prozent in LW).

Auf der anderen Seite hätten Preissenkungen beim Roaming, Währungseinflüsse und ein intensiverer Wettbewerb das Geschäft im dritten Quartal geprägt, lässt sich CEO Urs Schaeppi in der Mitteilung zitieren. «In Anbetracht des schwierigen Umfelds bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.»

Hohe Rückstellung

Weniger gut sieht es weiter unten in der Erfolgsrechnung aus: So brach der operative Gewinn auf Stufe Ebitda um 8,1 Prozent auf 3,10 Milliarden Franken ein. Ein wesentlicher Faktor dafür war die Rückstellung von 186 Millionen Franken, die nach der Niederlage vor Bundesverwaltungsgericht im sogenannten ADSL-Streit getätigt wurde. Gemäss dem Urteil von Anfang Oktober hatte sich Swisscom in früheren Zeiten im Geschäft im Geschäft mit schnellem Internet wettbewerbswidrig verhalten. In der aktuellen Mitteilung bekräftigt das Unternehmen, dass es die Sanktion für nicht gerechtfertigt hält und beim Bundesgericht Beschwerde einreiche.

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Auf vergleichbarer Basis hätte gemäss der Mitteilung ein 2,2 Prozent höherer Ebitda resultiert. Unter dem Strich weist Swisscom für die ersten drei Quartale einen 22 Prozent tieferen Reingewinn von 1,06 Milliarden Franken aus.

Investitionen gestiegen

Die Markterwartungen hat Swisscom mit den vorgelegten Zahlen beim Umsatz erfüllt, bei den Gewinnzahlen hingegen knapp verfehlt - wobei es im Vorfeld wegen der Bussen-Rückstellung einige Unsicherheiten gab. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 8,66 Milliarden Franken, einem Ebitda von 3,17 Milliarden Franken und einem Reingewinn von 1,14 Milliarden Franken gerechnet.

Konzernweit stiegen die Investitionen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,6 Prozent auf 1,74 Milliarden Franken, davon wurden 1,30 Milliarden (+5,7 Prozent) in der Schweiz getätigt.

Die Ziele für das Gesamtjahr gelten unverändert. Es wird ein Umsatz von «über 11,5 Milliarden Franken» und ein Ebitda von «über 4,0 Milliarden CHF» angepeilt. Investiert werden sollen «über 2,3 Milliarden Franken». Werden diese Ziele erreicht, winkt den Aktionären eine Dividende auf Vorjahreshöhe von 22 Franken.

(awp/sda/me/dbe)