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Gaming
Swisscom plant eigene e-Sports-Liga

Gamer am Blick eSports Cup, dem groessten FIFA eSports-Turnier der Schweiz, im Congress Center Basel, am Samstag, 5. Mai, 2018.
Gamer am Blick eSports Cup, dem groessten FIFA eSports-Turnier der Schweiz, im Congress Center Basel, am 5. Mai, 2018.Quelle: Keystone/Georgios Kefalas

Swisscom liebäugelt mit einem Einstieg in den Bereich e-Sports. Marken für eine eigene Liga hat der Telecom-Konzern bereits eintragen lassen.

Von Michael Heim
am 23.07.2018

Bisher hatte die Swisscom das Thema eSports beinahe kampflos der Konkurrentin UPC überlassen, die sich damit gross in Szene setzen konnte. Doch nun bläst die Ex-Monopolistin zum Angriff auf die Gamer-Szene und prüft eigene Angebote, wie eine Sprecherin bestätigt.

«Wir prüfen derzeit einen Einstieg in Gaming/ eSports und wie ein gesellschaftlich verantwortungsvolles Angebot aussehen könnte», sagt Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher. «Allfällige Neuerungen würden wir zu gegebener Zeit kommunizieren.»

Swisscom eSports Hero League

Offenbar plant die Swisscom eine eigene Gaming-Liga. Vor kurzem hat sie die Marke «Swisscom eSports Hero League» im Markenregister eintragen lassen. Auch in der Branche beobachte man eine zunehmende Aktivität, berichtet ein Telecom-Manager. «Die planen definitiv etwas Grösseres. So etwas spricht sich herum.»

Derzeit ist UPC das einzige Telecom-Unternehmen, das im grösseren Stil auf die E-Sports-Szene setzt. UPC überträgt nicht nur Games auf seinem eigenen Sport-Fernsehsender, sondern ist auch an der vor zwei Jahren gegründeten Plattform «esports.ch» beteiligt. Zudem trägt UPC eigene Wettkämpfe aus. Die Swisscom wiederum ist Sponsorin der Swiss E-Sports Federation SESF.

Grosses Geschäft mit Gamern

E-Sports – das wettkampfmässige Austragen von Computer-Games – sind zu einem grossen Geschäft geworden. Nicht nur für die Hersteller und Betreiber der Spiele, sondern auch für die Spieler, die als Profis auftreten und von professionellen Teams angestellt sind. So haben auch real existierende Fussball-Mannschaften elektronische Ableger gegründet, die dann wiederum digital im Fussball gegen einander antreten. Nicht immer zur Freude der Fans, wie im Beispiel des FC Basel, der von seinen analogen Fans für die digitalen Avancen stark kritisiert wurde.

Mit den realen Sport-Ligen können die digitalen Wettkämpfe schon lange mithalten. Veranstaltungen, an denen E-Sportern vor Ort gegen einander antreten, ziehen nicht selten zehntausende Besucher an und werden von Millionen per Übertragung verfolgt.

Für Telecom-Anbieter lohnen sich die Aktivitäten in den E-Sports, weil sie sich so bei technologie-affinen Kunden positionieren können. Und Gamer sind per Definition technologie-affin, denn wer übers Internet spielt, braucht dafür Verbindungen mit hohen Übertragungsraten und schnellen Reaktionszeiten.

 

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