Der US-Konzern Apple soll Swisscom zu neuen Höhenflügen verhelfen: «Apple arbeitet an einem Kundenerlebnis, das einzigartig ist. Ich bin begeistert von dieser Idee», sagt Carsten Schloter im Interview. Der Swisscom-CEO meint die Verschmelzung von Fernsehen, Handy und Computer. Dadurch haben Nutzer auf allen Bildschirmen zu denselben Inhalten Zugriff. Die Folge: Eine massiv höhere Datennutzung. Das zeigt sich beim iPhone: «Mit diesem surfen sie ab dem ersten Tag durchs Internet.» Das gebe «dem mobilen Datengeschäft einen Auftrieb».

Trendy Image, mehr Wachstum

Mit der neuen Rolle als Apple-Vertriebspartner will Swisscom nicht nur neue Kunden mit iPhone und Co. gewinnen, sondern auch bestehende «begeistern». Die Ziele: Ein trendiges Image und ein deutlich höherer Umsatz im margenträchtigen Geschäft mit Mobilfunk-Datendiensten. Dieser stieg innert Jahresfrist um 41,7% auf 85 Mio Fr. Mit dem am 11. Juli in der Schweiz käuflichen iPhone 3G dürfte dieser nochmals kräftig wachsen. «Ob man das Gerät jetzt subventionieren oder den Umsatz mit Apple teilen muss, am Schluss geht die Rechnung für Swisscom auf. Jeder iPhone-Kunde wird die gleich gute Wirtschaftlichkeit wie jeder andere Kunde aufweisen.»

Mit dem Verkauf von MP3-Playern und Handys von Apple ist es für Schloter jedoch nicht getan. Er möchte die ganze Welt von Apple in den Swisscom-Shops verkaufen und den Swisscom-Auftritt an jene des US-Vorbilds anlehnen. Ein Schritt in diese Richtung sind die geplanten Erlebniscenter, in denen neue Geräte «ohne Verkaufsdruck und ohne Hektik» getestet werden können.

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Der Datenhunger nimmt zu

Wie beim mobilen Breitband rechnet der Swisscom-Chef auch beim Festnetz mit einer immer stärkeren Nutzung. Obwohl etwa die Festnetztelefoniepreise «in den nächsten 12 bis 24 Monaten um etwa 30% sinken könnten» und «die Durchschnittskosten für das übertragene Datenvolumen in den Keller gehen werden», muss der Kunde künftig mehr berappen. Schloter: «Weil die Kunden immer mehr Bandbreite nutzen, werden sie durchschnittlich auch ein wenig mehr bezahlen.»