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Swisscom schielt ins Ausland

Hansueli Loosli, ehemaliger Coop-Chef und VR-Präsident der Swisscom (Bild: Keystone)

Weil die Preise im Schweizer Telekommunikationsmarkt fallen, will Swisscom-VR-Präsident Hansueli Loosli den verlorenen Umsatz im Ausland kompensieren. Der ehemalige Coop-Chef warnt vor einer Überregul

Veröffentlicht am 09.09.2012

Die fallenden Preise im Schweizer Telekommunikationsmarkt hat die Swisscom im ersten Halbjahr 2012 rund 170 Millionen Franken gekostet, sagte Swisscom-Verwaltungsratspräsident Hansueli Loosli in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Das Unternehmen verliere durch den Preisverfall jedes Jahr 4 bis 5 Prozent des Umsatzes. Die Swisscom müsse deshalb im Ausland wachsen, um die fallenden Preise in der Schweiz kompensieren zu können, sagte Loosli weiter.

Digtal-TV und Glasfasernetz

Wachstumschancen sieht Loosli einerseits im Digital-TV-Markt und andererseits im Glasfasernetz. Ziel des Unternehmens sei es, bis 2015 rund 30 Prozent der Schweizer Haushalte mit Glasfasern erschlossen zu haben.

«Wir stecken jedes Jahr Hunderte von Millionen ins Netz», so der VR-Präsident. «Ändern die gesetzlichen Rahmenbedingungen, würden wir uns gut überlegen, diese Investitionen anzupassen», ergänzte er.

Gefahr der Überregulierung

Im Schweizer Telekom-Markt herrsche Wettbewerb mit klar regulierten Rahmenbedingungen, so Loosli weiter. «Wir müssen aufpassen, dass der Schweizer Markt nicht überreguliert wird».

In der EU habe diesbezüglich ein Umdenken stattgefunden. Die EU-Kommission warne heute davor, die Telekom-Branche zu stark zu regulieren, «weil sonst niemand mehr in die Netze investiert», sagte der ehemalige Coop-Chef.

Bei der italienischen Tochter Fastweb sieht Loosli rechtlich keine neuen Risiken. «Heute sind wir mit Fastweb wieder auf Kurs», erklärte er.

(vst/awp)

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