Die Aktien der Swisscom sind am Mittwoch nach der Vorlage solider Halbjahreszahlen gesucht. Das vom Telekomkonzern für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2014 veröffentlichte Ergebnis liegt beim Umsatz zwar nur knapp im Rahmen der Konsensschätzungen. Auf den Stufen Ebitda und Reingewinn nach Minderheiten werden letztere allerdings teilweise deutlich übertroffen. Während die Firmenverantwortlichen an ihrem letztmals Anfang Mai kommunizierten Umsatzziel festhalten, heben sie die Zielgrösse für den diesjährigen Ebitda leicht an.

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Bis um 09.20 Uhr gewinnen die Swisscom-Titel 1,1 Prozent auf 530 Franken. Gehandelt wurden bisher aber lediglich gut 20'000 Aktien und damit nur etwa gut ein Fünftel des durchschnittlichen Handelsvolumens der letzten Monate. Der Gesamtmarkt (SMI) verliert im Gegenzug 0,01 Prozent auf 8'525,80 Punkte.

Solide Ergebnisse

In ersten Stellungnahmen von Analysten werden die Ergebnisse als im Rahmen der Erwartungen bis hin zu solide bezeichnet. Hervorgehoben wird von Analystenseite vor allem die positive Entwicklung auf Stufe Ebitda und Gewinn, wo sich Einmaleffekte, aber auch eine gute Geschäftsentwicklung und tiefere Kosten bei der italienischen Tochter Fastweb zu Gunsten von Swisscom ausgewirkt haben. Ebenfalls wohlwollend wird von den Experten die Erhöhung der Gewinnschätzungen zur Kenntnis genommen.

Die meisten Analysten bezeichnen Swisscom als einen der besten Telekom-Anbieter in Europa mit den vielversprechendsten Aussichten auf Wachstum. Nichts desto trotz wird die bereits hohe Bewertung der Swisscom-Aktien hingewiesen, weshalb alle Experten (UBS, Goldman Sachs, J. Safra Sarasin, Vontobel) die Titel mit Neutral bewerten.

Höherer Nettoumsatz

Die Swisscom weist für das erste Halbjahr 2014 einen 1,9 Prozent höheren Nettoumsatz von 5,70 Milliarden Franken aus. Ohne Firmenkäufe, auf Basis konstanter Währungen und ohne Hubbing von Fastweb hätte sich der Umsatz um 1,2 Prozent erhöht, teilt Schweizer Telekomkonzern mit.

Dieses Plus sei trotz einer weiteren Preiserosion im Schweizer Kerngeschäft zustandegekommen, heisst es weiter. Diese Preiserosion wird in der Mitteilung auf 160 Millionen Franken beziffert, davon seien allein 60 Millionen als Folge von Roaming-Preissenkungen weggefallen.

Erwartungen beim Reingewinn übertroffen

Der Ebitda erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent auf 2,18 Milliarden Franken, die entsprechende Marge beträgt damit 38,3 Prozent nach 37,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Auf Stufe Ebit legte die Swisscom 4,5 Prozent auf 1,16 Milliarden Franken zu. Unter dem Strich resultierte jedoch ein 1,6 Prozent tieferer Reingewinn von 806 Millionen Franken. Der Gewinn nach Minderheiten beträgt 799 Millionen Franken (-2,0 Prozent).

Mit diesen Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen beim Umsatz und Ebitda in etwa erfüllt und beim Reingewinn übertroffen. Analysten hatten durchschnittlich (AWP-Konsens) einen Umsatz von 5,71 Milliarden, einen Ebitda von 2,15 Milliarden sowie einen Reingewinn nach Minderheiten von 769 Millionen Franken prognostiziert.

Umsatzprognose für Gesamtjahr bekräftigt

Die separat ausgewiesenen Zahlen für das zweite Quartal zeigen beim Umsatz ein Plus von 0,6 Prozent und beim Ebitda von 4,7 Prozent. Auch der Reingewinn entwickelte sich im zweiten Quartal besser als im ersten: Er nahm um 0,9 Prozent zu.

Mit der Publikation des Halbjahresabschlusses bekräftigt der Telekomkonzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. So rechnet Swisscom für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Umsatz von 11,5 Milliarden Franken. Beim Ebitda wird hingegen neu ein Wert von über 4,4 Milliarden Franken angepeilt, bislang waren es 4,35 Milliarden Franken. Werden diese Ziele erreicht, soll den Aktionären erneut eine Dividende von 22 Franken vorgeschlagen worden. Die Investitionen für das laufende Geschäftsjahr werden nach wie vor bei 2,4 Milliarden Franken gesehen, davon 1,75 Milliarden Franken in der Schweiz.

(awp/dbe/vst)