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Technologie
Swisscom-Tochter Fastweb im Rennen um 5G-Frequenzen

Leitungen der Swisscom
Swisscom-Netze: In Italien bietet Konzerntochter Fastweb bereits um 5G-Netze. Quelle: Keystone

In der Schweiz ist es erst 2019 soweit, in Italien werden die begehrten 5G-Frequenzen bereits versteigert. Worum es bei der Auktion geht.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 12.09.2018

Die Vergabe der 5G-Frequenzen legt den Grundstein dafür, wer das Mobilfunkgeschäft der Zukunft bestimmt. Nur Anbieter, die flächendeckend Bandbreite zur Verfügung haben, können das Potenzial des neuen, schnellen Internets voll ausnutzen – und so auch das Geschäft mit der Technologie machen.

Dabei geht es nicht nur um einmalig rasche Ladegeschwindigkeiten beim Smartphone, sondern auch um viele technologische Lösungen, die Firmen mit dem neuen Standard erst anwenden können. Beim autonomen Fahren zum Beispiel muss garantiert sein, dass die Datenübertragung zuverlässig innerhalb von Millisekunden funktioniert, sonst wird es gefährlich für den Insassen im Wagen und seine Umwelt. Erst der 5G-Standard ist leistungsstark genug, um das sicher zu gewährleisten.

Swisscom-Tochter Fastweb bietet um 5G-Frequenzen

In der Schweiz ist die Versteigerung der 5G-Frequenzen erst für 2019 angesetzt, und doch ist die Swisscom bereits in diesen Tagen mit im Rennen: Konzerntochter Fastweb bietet bei der Auktion in Italien mit, die seit Dienstag läuft. Italien ist eines der ersten europäischen Länder, dass 5G-Frequenzen versteigert.

Fünf Bewerber haben am Dienstag ein erstes Gebot für die 5G-fähigen Frequenzen in Italien abgegeben. Eine Publikation des italienischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung zeigt, dass Fastweb 32,6 Millionen Euro (knapp 37 Millionen Franken) in den Ring warf (siehe hier). Damit hält sich die Swisscom-Tochter bei der Auktion recht zurück, nur die italienische Telekomfirma Wind bot weniger für ein ähnliches Paket.

Die französische Illiad – neu am italienischen Markt – hatte Vorrechte auf ein 700 MHz-Paket, für das es 677 Millionen Euro bezahlen will. Insgesamt ergab der Vorlauf der Auktion eine Summe von 2,9 Milliarden Euro (3,3 Milliarden Franken) von allen fünf Bewerbern gemeinsam. 700-MHz-Frequenzen sind ein wichtiger Baustein bei den Versteigerungen,  weil sie sich besonders eignen, um eine gute Flächenversorgung mit 5G-Datenübertragung zu gewährleisten.

Bereits 150 Millionen Euro für 5G-Frequenzen gezahlt

Die höheren Frequenzbereiche – zum Beispiel 3,5 GHz oder 26 GHz – sind aus anderem Grunde wichtig: Ihre höhere Bandbreite ermöglicht eine noch stabilere Übertragung mit weniger Verzögerungen. In diese Bandbreiten investiert Fastweb: Ende Juli kündigte die Swisscom-Tochter an, entsprechende 5G-fähige Frequenzen für 150 Millionen Euro vom Konkurrenten Tiscali zu übernehmen. Die Frequenzen decken die grösseren italienischen Städte und damit 20 Prozent der Bevölkerung Italiens ab.

Ob Fastweb bei der Auktion am Dienstag Zurückhaltung zeigte, weil es schon 5G-fähige Frequenzen besitzt, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Das endgültige Rennen ist noch offen: Alle Bieter können am Donnerstag ihr Angebot noch einmal erhöhen, um die gewünschten Frequenzen zu ergattern.

 

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