Vergangene Woche kündigte Sunrise einen umfassenden Stellenabbau an. Nun folgt Branchenprimus Swisscom. Die Managertruppe von Konzernchef Carsten Schloter plant eine weitreichende Restrukturierung, welche eine Vielzahl von Jobs kosten dürfte.

«Über die definitive Organisation entscheidet der Swisscom-Verwaltungsrat noch in diesem Jahr», bestätigt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz Recherchen der «Handelszeitung». «Ab Anfang 2013 werden Massnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt. Dabei werden Stellen aufgebaut, aber auch Stellen wegfallen.» Zum genauen Umfang des Abbaus will sich Roetz allerdings nicht äussern.

Laut Insidern könnten 10 bis 15 Prozent der Belegschaft in der Schweiz betroffen sein. Im Extremfall würde das den Wegfall von bis zu 1500 Stellen bedeuten. Swisscom Schweiz weist für 2011 einen Bestand von rund 12'000 Mitarbeitern aus. 

Telekomspezialisten des Beratungsunternehmens McKinsey durchleuchten seit vergangenem Mai sämtliche Bereiche von Swisscom Schweiz. «Es handelt sich um ein konzernübergreifendes Projekt, mit dem Swisscom in allen Bereichen die Flexibilität erhöhen und die Prozesse vereinfachen möchte», bestätigt Sprecher Roetz den Vorgang. Dazu würden auch «externe Berater beigezogen». Dabei gelte es, Doppelspurigkeiten abzubauen und die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

Swisscom: Sozialplan steht bereit 

Am Mittwochabend reagierte die Swisscom auf den Bericht der «Handelszeitung» und präsentierte eigene Zahlen: In Wachstumsbereichen sollen nächstes Jahr rund 300 neue Arbeitsstellen geschaffen, gleichzeitig aber rund 100 Kader- und 300 weitere Stellen abgebaut werden, hiess es in einer Mitteilung.

Für die betroffenen Mitarbeitenden stehe ein gut ausgebauter Sozialplan bereit, so die Mitteilung weiter. Die damit verbundenen Kosten von rund 50 Millionen Franken sollen der Rechnung im Rahmen einer Rückstellung im vierten Quartal 2012 belastet werden.

Vom Stellenabbau seien unterstützende Bereiche am stärksten betroffen, sagte eine Mediensprecherin des Unternehmens auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Details dazu konnte sie nicht nennen. Allerdings würden bei Geschäftskunden und im Kundenservice Stellen geschaffen. 

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe des «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.
 

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