Die Gewerkschaft Kommunikation hat in den letzten Wochen fleissig Unterschriften gesammelt. 550 Swisscom-Mitarbeiter haben die Forderung unterschrieben, die verlangt, dass der blaue Riese auf die Teil-Auslagerung des Netzbaus verzichten soll. Die Idee, welche die Swisscom schon früher als Sparmöglichkeit ins Spiel gebracht hatte, war in diesem Spätsommer neu lanciert worden.

Mit einer Auslagerung der im Netzbau tätigen Swisscom-NIT (Network Infrastructure Technology) und von Teilen der Swisscom-Tochter Cablex sollten die Kosten um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden. Gemäss Gewerkschaften wären von der Auslagerung insgesamt mehrere hundert Mitarbeiter betroffen gewesen. Sie befürchteten Nachteile beim Lohn, bei den Pensionskassenregelungen und den Arbeitsbedingungen.

Swisscom trifft weitere Abklärungen

Nun hat die Swisscom das Pilotprojekt, für das am Ende noch ein halbes Dutzend Mitarbeiter gearbeitet hatte, gestoppt - vorläufig zumindest. Swisscom-Sprecher Sepp Huber sagt: «Das Projekt für eine Auslagerung im Bereich Kupfer-Standardgeschäft wird aktuell nicht weiter verfolgt. Zunächst werden weitere Abklärungen getroffen. Entscheide sind keine gefällt.» Jedoch bleibe Outsourcing für Swisscom «eine strategische Option, die in geeigneten Projekten» geprüft werde.

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Gemäss Giorgio Pardini, Vizepräsident der Gewerkschaft Kommunikation, hat die Swisscom eingelenkt, weil die Arbeitsabläufe bei einer Auslagerung des Netzbaus nicht mehr optimal gewesen wären. Zudem, vermutet Pardini, habe sich wohl gezeigt, dass die Erwartungen bezüglich Einsparungen «bei weitem nicht erfüllt» worden wären.

Konkurrenz setzt auf Outsourcing

Bei der Swisscom ist eine Auslagerung aber nicht vom Tisch. Der Kupfer-Netzbau ist wegen des Trends zu Glasfasern seit Jahren stark rückläufig. Das Geschäft bietet für die zumeist älteren Mitarbeiter keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Gemäss einem Swisscom-Kadermann ist es «nur eine Frage der Zeit», bis man mit einem neuen Auslagerungsplan komme.

Outsourcing-Verträge sind in der Branche zudem allgemein üblich. So haben sowohl Orange wie auch Sunrise den Unterhalt ihres Mobilfunknetzes an Alcatel Lucent ausgelagert. Auch die Swisscom-Tochter Cablex ist seit Längerem für Drittfirmen wie Kabelnetzbetreiber und Stromversorger tätig.