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Swisslog bricht nach Übernahme ein

Swisslog in Aarau: Einbruch nach Übernahme durch Kuka. Keystone

Der Spitallogistik-Spezialist Swisslog hat nach der Übernahme durch Kuka einen Gewinneinbruch erlitten. Der Firma machten aber nicht nur die Kosten der Übernahme zu schaffen.

Veröffentlicht am 05.03.2015

Die auf Logistiksysteme in Spitälern und Verteilzentren spezialisierte Swisslog hat nach der Übernahme durch die deutsche Kuka einen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte hinnehmen müssen. Unter dem Strich blieben noch 4,4 Millionen Franken nach 11,9 Millionen im Vorjahr.

Dividende gibt es nicht. Bereits im Vorjahr verzichtete das Unternehmen auf eine Dividendenausschüttung. Belastet wurde das Ergebnis zum einen von Währungseffekten und zum anderen von Kosten wegen der Übernahme durch den deutschen Roboterhersteller Kuka, wie Swisslog am Donnerstag mitteilte. Die Kosten für die Übernahme drückten das Reinergebnis um 4,4 Millionen Franken.

Probleme auch im Tagesgeschäft

Doch nicht nur diese ausserordentlichen Aufwendungen zehrten an dem Unternehmen. Auch im Tagesgeschäft lief es nicht rund: Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank ohne die wegen der Übernahme anfallenden Kosten um rund 7 Prozent auf noch 19,1 Millionen Franken.

Das Unternehmen erklärt dies mit zurückhaltenden Investitionen im nordamerikanischen Gesundheitsmarkt. Ausserdem hätten Investitionen in die eigene Geschäftsstruktur getätigt werden müssen.

Bereits im Februar hatte Swisslog Eckwerte wie den Umsatz veröffentlicht. Dieser stieg um 5,8 Prozent auf 669,6 Millionen Franken. Das Unternehmen hat also trotz höherer Verkaufserlöse weniger Geld verdient.

Management trotzdem zufrieden

Das Management von Swisslog zeigte sich mit dem Geschäftsgang dennoch zufrieden: «Insgesamt hält die positive Entwicklung zu höherer Automatisierung in Krankenhäusern, Warenlagern und Verteilzentren unverändert an», sagte der Delegierte des Verwaltungsrates Peter Hettich an einer Telefonkonferenz am Donnerstag.

Positiv stimmte auch der höhere Auftragseingang. Dieser legte wie bereits seit Februar bekannt um 4,9 Prozent auf 735,4 Millionen Franken zu, was einem neuen Rekordwert entspricht. Der Auftragsbestand am Jahresende wuchs um 16 Prozent auf 628,2 Millionen Franken.

Kein Ausblick für 2015

Einen Ausblick auf 2015 machte Swisslog nicht. Die Frankenstärke und die unberechenbaren Währungsmärkte sowie die Unsicherheiten im Gesundheitsmarkt Nordamerikas liessen das nicht zu.

Der starke Franken werde sich im Jahr 2015 in der Umrechnung der Ergebnisse von Tochtergesellschaften auf die konsolidierte Erfolgsrechnung auswirken, schreibt Swisslog.

Hersteller von Industrierobotern

Kuka übernahm Swisslog im vergangenen Jahr. Der deutsche Konzern ist einer der grössten Hersteller von Industrierobotern. Die Übernahme der Schweizer erfolgte, weil sich Kuka unabhängiger von der stark konjunkturabhängigen Autobranche machen wollte.

Unterdessen besitze Kuka 94,1 Prozent der Swisslog-Aktien, sagte der Unternehmenschef am Donnerstag weiter. Im laufenden Jahr will das Swisslog-Management die Schaffung und Nutzung von gemeinsamen Geschäftsmöglichkeiten mit Kuka tiefergehend evaluieren.

(sda/gku)

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