Swissmedic hat letztes Jahr zum ersten Mal für einen Beschuldigten Untersuchungshaft beantragt. Ein Schweizer Firmenchef war 17 Tage inhaftiert, weil sein Unternehmen verdächtigt wird, das Haltbarkeitsdatum von Krebsmedikamenten gefälscht zu haben. Das Verfahren ist hängig.

Die Untersuchungshaft sei notwendig gewesen, weil bei dem Beschuldigten Fluchtgefahr bestanden habe, erklärte Swissmedic am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Das Schweizerische Heilmittelinstitut bestätigte einen Bericht von der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche».

Das Schweizer Unternehmen, das zu einer grösseren Gruppe gehört, soll die Herstellungsdokumente von Krebsmedikamenten manipuliert haben, um die Verfalldaten zu fälschen. Laut Swissmedic hatten die betroffenen Medikamente einen Marktwert von mehreren Millionen Franken.

Zahl der Untersuchungsmassnahmen stark gestiegen

Gemäss dem Geschäftsbericht von Swissmedic ist die Zahl der eingeleiteten Untersuchungsmassnahmen generell stark angestiegen: Im vergangenen Jahr haben sich die Hausdurchsuchungen gegenüber 2011 auf 25 fast verdreifacht. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Einvernahmen von 34 auf 54 ebenfalls zu. Insgesamt ergingen letztes Jahr 45 Strafbefehle.

Swissmedic führt den Anstieg weder auf eine höhere Anzahl Verstösse noch auf geänderte Richtlinien zurück, sondern auf die Möglichkeit, verfügbare Mittel auszuschöpfen. Seit 2012 hat die Aufsichtsbehörde die nötigen personellen Ressourcen, um Verstösse gegen das Heilmittelgesetz effizient und effektiv zu ahnden.

(sda/vst)

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