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Swissmetal: Produktionsstopp in Dornach

Swissmetal: Die Produktion in Dornach ruht vorerst. (Bild: Keystone)

Mangelnde Liquidität: Der Kupferprodukte-Hersteller Swissmetal muss die Produktion in Dornach SO einstellen. Grund: Die finanzierende Bank hat die Metalllager in Dornach zur Sicherung von Krediten tem

Veröffentlicht am 04.07.2011

Die Schliessung dieser Lager lasse eine Produktion nicht mehr zu, teilte Swissmetal (Aktie Swissmetal) am Abend mit. Die finanzierende Bank habe die Schlüsselgewalt über die Metalllager, die zur Sicherung der Kreditlinien dienten.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung arbeiteten mit Hochdruck an einer Stabilisierung der Liquidität, schreibt Swissmetal. Am kommenden Mittwoch finden dazu Gespräche mit der Bank statt.

Vom Produktionsstopp sind rund 150 Arbeitnehmende betroffen, wie die Gewerkschaft Unia mitteilte. Diese Angestellten seien mit sofortiger Wirkung nach Hause geschickt worden.

«Arbeitsplätze erhalten»

Angesichts der unklaren Situation brauche es ein sofortiges Treffen mit der neuen Geschäftsleitung, schreibt die Gewerkschaft. Sie verlangt von der neuen Swissmetal-Konzernführung «eine offene und transparente Information» sowie eine «enge Zusammenarbeit mit der Belegschaft, um die Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten».

Bis auf weiteres hält Swissmetal die Produktion im bernjurassischen Werk in Reconvilier aufrecht, wie der Kupferprodukte-Hersteller mitteilte. Im deutschen Lüdenscheid sei die Produktion unabhängig finanziert und deshalb stabil.

Am späten Sonntagabend hatte Swissmetal bekanntgegeben, dass der neue Verwaltungsrat den bisherigen Konzernchef Olaf Schmidt-Park gefeuert habe. Die Tätigkeit von Schmidt-Park, der das Amt an der Konzernspitze erst vor etwas mehr als einem Jahr angetreten hatte, ende mit sofortiger Wirkung.

Chefwechsel

Neuer Chef wird der Delegierte des Verwaltungsrats Patrick Huber-Flotho. Mit der Wahl von Huber-Flotho werde auch die operative Gesamtleitung des Unternehmens neu geordnet, hiess es. In Kürze erfolge eine «organisatorische Neuordnung auf Geschäftsleitungsebene».

An der Swissmetal-Generalversammlung vom vergangenen Donnerstag habe der nicht wieder gewählte Verwaltungsrat offenbar während einer Unterbrechung «eine Reihe von Kündigungen und Beurlaubungen von Geschäftsleitungsmitgliedern» ausgesprochen.

Für den neu gewählten Verwaltungsrat unter Leitung von Ex-Konzernchef Martin Hellweg sei dieser Schritt nicht im Interesse von Swissmetal. Die Zulässigkeit und die Folgen müssten überprüft werden, hiess es im Communiqué weiter.

Zu den am Donnerstag offenbar ausgesprochenen Kündigungen und Beurlaubungen erwähnte das Unternehmen namentlich Finanzchef (CFO) Joachim Blatter, den operativen Chef (COO) Udo Nöbel sowie Personalchefin Laura Rossini.

Swissmetal steckt in finanziellen Schwierigkeiten: Im letzten Jahr fiel ein Verlust von 26,1 Millionen Franken an - es war der dritte Jahresverlust in Folge. Und neue Investoren scheinen derzeit nicht in Sicht.

(cms/sda)

 

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