Die weltgrösste Bodenabfertigungsfirma Swissport will in der Ukraine ein neues Unternehmen aufbauen und damit ausgerechnet ihrer ehemaligen Tochter in dem osteuropäischen Land Konkurrenz machen. Mark Skinner, der für die Region zuständige Swissport-Manager, bestätigt entsprechende Recherchen der «Handelszeitung»: «Der ukrainische Markt hat zu viel Potenzial, um ihn fallen zu lassen», sagt Skinner.

Im Frühling dieses Jahres wurde die ehemalige Swissair-Tochter Swissport vor einem Gericht in der Ukraine faktisch enteignet. Seither kämpft die Firma darum, die Kontrolle über ihre frühere Tochter zurückzuerhalten - bislang allerdings ohne Erfolg. Skinner schätzt die Chance, den Durchbruch doch noch zu schaffen, als «verschwindend klein» ein. Das Justizsystem der Ukraine sei «nicht unabhängig» und funktioniere nicht.

Swissport hat bereits Erfahrung mit Franchisenehmern

Längst arbeitet Skinner deshalb an einem Plan B. Swissport will den boomenden Flugverkehrsmarkt jetzt zusammen mit einem Franchisenehmer erschliessen. «Nach unseren schlechten Erfahrungen wollen wir unser Risiko möglichst klein halten», sagt Skinner. Geplant sei, neben Kiew als grössten Flughafen weitere Airports wie Donesk zu bedienen. Wer mögliche Partner sein könnten, will Swissport nicht sagen. Der Startschuss für das neue Unternehmen dürfte allerdings erst nach Beendigung des Rechtsstreites fallen. Ab dem Winter fliegen neu die Swiss und Emirates nach Kiew. Skinner hofft, unter anderem sie als Kunden für die neue Gesellschaft zu gewinnen: «Qualitäts-Airlines sind auch in der Ukraine auf professionelle Bodenabfertigungsdienste angewiesen.»

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Erfahrungen mit Franchisenehmern hat Swissport bereits. Seit über fünf Jahren ist das Unternehmen so auf diversen griechischen Inseln aktiv. Seit Mai sind die Schweizer zudem mit einem Franchisingkonzept am Flughafen Vnukovo in Moskau präsent.

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