Die Übernahme von Syngenta durch ChemChina ist mit 43 Milliarden Dollar die grösste Akquisition in der Chemiebranche überhaupt und auch für die Chinesen der grösste transnationale Deal der Geschichte. Doch der Kauf ist mit einer Unsicherheit belastet, muss doch das US-Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) grünes Licht geben. Dieses muss im Auftrag von Präsident Barack Obama die nationalen Interessen verteidigen. Die Angst, die Chinesen würden sich die Schlüsseltechnologien der westlichen Welt einverleiben, ist gross, mehrere Übernahmen wurden bereits abgeblockt.

Er halte die Befürchtungen, dass der Deal nicht durchkomme, für «stark übertrieben», sagte Syngenta-Präsident Michel Demaré im Gespräch mit «Bilanz». Ein Team von Rechtsanwälten und Experten aus den USA habe die Beschlüsse der Behörde und deren Entscheidungsmechanismen systematisch analysiert.

«Nach Vorliegen unserer Analysen halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass die Behörde die Transaktion ganz stoppen wird», sagte Demaré. Syngenta und ChemChina seien daran, das Dossier für CFIUS zusammenzustellen. Innerhalb von 75 Tagen nach Eingang gebe die Behörde in der Regel ein Feedback, den endgültigen Entscheid erwartet Demaré «bis im Spätsommer».

Mitsprache garantiert

Er bekräftigte zudem sowie die Zugeständnisse von ChemChina in Sachen Corporate Governance. «Diese sind in einem schriftlichen Vertrag festgehalten und gelten uneingeschränkt für mindestens fünf Jahre oder bis zu einem teilweisen Börsengang.»

Die Chinesen haben garantiert, dass Syngenta vier unabhängige Vertreter in den zehnköpfigen Verwaltungsrat absenden darf. «Bei verschiedenen wichtigen Entscheidungen müssen mindestens zwei der vier unabhängigen Verwaltungsräte zustimmen», erklärt Demaré. Dazu gehörten etwa Entscheide über die Verlegung des Konzernhauptsitzes, die Verschiebung von Aktiven innerhalb der Gruppe, die Veränderung des Code of Conduct oder die Reduzierung des Budgets für Forschung und Entwicklung.

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