Dem Agrochemiekonzern Syngenta droht weiteres Ungemach. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, gibt es ein zweites Verfahren in den USA. Nach einem Rechtsverfahren im US-Bundesstaat Kansas, dem sich bislang 27'144 Farmer, Händler und Getreideexporteure angeschlossen hätten, gebe es nun ein zweites Verfahren in Minnesota. Bei diesem sei die Zahl der Kläger noch höher: Hier seien 30'000 Farmer dabei. Diese Information habe einer der beteiligten Rechtsanwälte in der vergangenen Woche gegenüber der Regionalzeitung «The Garden City Telegram» in Kansas bestätigt.

Die Klage richtet sich demnach gegen die Syngenta AG in Basel und mehrere ihrer US-Tochterfirmen. Darunter befinde sich auch die US-Saatguttochter in Minnesota. Die Kläger machten den Agrochemiekonzern dafür verantwortlich, dass China den Import von mehreren Millionen Tonnen Mais blockiere, da er Spuren des Genmais Viptera enthalte. Dieser ist in China nicht zugelassen.

Heikler Zeitpunkt

Aus dem gleichen Grund klagen auch die Farmer, Händler und Getreideexporteure in Kansas. Syngenta hatte gegen den letzten Entscheid des Bundesrichters, wonach die Klagen aus Kansas zulässig sind, Rekurs eingelegt. Dieser wurde von dem zuständigen Richter am 19. Oktober vollumfänglich zurückgewiesen. Auf den Konzern rolle nun definitiv eine teure Klagewelle zu, schreibt die Sonntagszeitung. Der Verband der US-Getreidehändler und -verarbeiter schätze den Schaden auf bis zu 6,3 Milliarden US-Dollar in den vergangenen beiden Jahren.

Für Syngenta kommen die Klagen zu einem heiklen Zeitpunkt. Zuletzt hatte der Konzern immer wieder wegen Übernahmespekulationen von sich reden gemacht. Erst am Freitag war mit der China National Chemical Corporation, meist kurz ChemChina, ein neuer potenzieller Interessent für Syngenta in Spiel gebracht worden.

(awp/chb)