Nach dem Nein zu einer Übernahme durch den US-Genpflanzen- und Saatgutriesen Monsanto zeigt sich der Schweizer Pflanzenschutz- und Düngemittel-Produzent Syngenta offen für Partnerschaften und Gemeinschaftsunternehmen.

Diese kämen in Frage, um die Produktpalette zu verbessern, sagte Syngenta-Verwaltungsratspräsident Michel Demaré der Zeitung «Finanz und Wirtschaft». Das Syngenta-Angebot werde vor allem im Bereich Saatgut genau überprüft. «Danach werden wir sehen, ob es geeignete Transaktionen gibt, um uns zu verbessern.»

Demaré unter Druck

Der Agrarchemiekonzern steht nach Einschätzung von Analysten unter Erfolgsdruck, nachdem er sich gegen eine Übernahme durch Monsanto gestellt hatte. Das Management muss in kürzester Zeit zeigen, dass Syngenta mehr Wert ist als das Angebot von Monsanto.

Dazu kommt, dass die Aktionäre sauer sind. Gemäss Informationen der «Finanz und Wirtschafts» gäbe es zwar noch keine konkreten Pläne, aber grosse Aktionäre hätten informelle Gespräche über mögliche Sanktionen geführt. In Frage kämen die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung oder die Abwahl von Verwaltungsräten an der nächsten Generalversammlung.

Kulturelle Differenzen

Demaré versucht zu beschwichtigen: «Ich will klar darauf hinweisen, dass die genannten 449 oder 470 Franken eine Illusion waren», sagt er im Interview. Es hätte 18 Monate gedauert, bis die Transaktion vollzogen worden wäre. Doch bis zum Schluss hätten grosse Risiken bestanden, ob es tatsächlich klappen werde.

Das ist aber noch nicht alles. Der Verwaltungsratspräsident sieht auch kulturelle Differenzen. Es sei schon schwierig, die Saatgut- und Pflanzenschutz-Leute dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. «Müsste dasselbe mit Leuten aus einer fremden Unternehmenskultur getan werden, wird das noch viel schwieriger», sagt er. «Die Aktionäre müssen verstehen: Das war keine sichere Sache. Einige Investoren haben von Horizonten geträumt, die einfach zu unklar sind.»

(sda/ise)

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