Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta rechnet auch ohne einen grossen Bereichsverkauf mit grünem Licht der Wettbewerbsbehörden für die Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina. «Adama wird nicht verkauft», sagte Syngenta-Konzernchef Erik Fyrwald mit Blick auf die Generika-Tochter von ChemChina am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. «Es wird sowohl in den USA als auch in der EU Zugeständnisse geben, aber ich kann keine Einzelheiten nennen», sagte Fyrwald am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Am Markt war spekuliert worden, dass die EU ChemChina zwingen könnte, die israelische Adama abzustossen.

Die EU-Kartellwärter kündigten Ende Oktober an, den bislang grössten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens genauer unter die Lupe zu nehmen. Kürzlich verlängerte die Behörde die Prüffrist für die 43-Milliarden-Dollar-Transaktion erneut bis zum 12. April. Er sei «sehr zuversichtlich, dass wir zu dem Zeitpunkt in den USA und der EU genügend Fortschritte gemacht haben, um voranzugehen», sagte Fyrwald.

Mehr Forschung in China

Adama, die Pestizide ohne Patentschutz herstellt, werde nicht in Syngenta integriert. Adama werde weiterhin separat geführt, «weil wir eine Forschungs- und Entwicklungs-Gesellschaft sind und sie eine Generika-Gesellschaft. Das sind unterschiedliche Geschäftsmodelle», sagte Fyrwald.

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Syngenta werde die Forschungs-Aktivitäten in China ausbauen, kündigte der Konzernchef an. Dies gelte insbesondere für die Biotechnologie. China lässt den Anbau von biotechnologischen Nahrungsmittelpflanzen bisher nicht zu. Die Volksrepublik hat auf dem Gebiet der Gentechnik-Landwirtschaft aber hochfliegende Pläne, um die Versorgungssicherheit des bevölkerungsreichsten Landes der Welt sicherzustellen.

(sda/ise)