Die Aktien von Syngenta sind am Donnerstag stark gefragt. Die Pläne des Agro-Chemiekonzerns zum Verkauf der Gemüse-Saatgutsparte sowie einem Aktienrückkauf kommen an der Börse gut an. Gegen 9.20 Uhr klettern die Titel als einer der stärksten im SMI um 1,8 Prozent auf 332,80 Franken. Der Leitindex legt derweil um 0,97 Prozent zu.

Nach dem überraschenden Rückzug der Kaufofferte von Monsanto vergangene Woche sei bei Syngenta der Handlungsbedarf grösser geworden, wertsteigernde Massnahmen umzusetzen, kommentiert die ZKB. Wie schon das Blumensaatgutgeschäft sei auch das Gemüse-Saatgutgeschäft am Markt gut positioniert und weise kaum Synergien zu den anderen Aktivitäten von Syngenta auf. Die Veräusserung werde aber die Profitabilität von Syngenta nur marginal beeinflussen. Interesse an beiden Geschäften dürfte insbesondere Private Equity zeigen, meint die ZKB.

Für Kepler Cheuvreux ist die Nachricht zum Verkauf sowie der Aktienrückkauf klar positiv. Analyst Christian Faitz schätzt, dass Syngenta für das Gemüse-Saatgutgeschäft zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Dollar erhalten könnte. Die Aktie sei indes auf dem aktuellen Niveau fair bewertet. Langfristig-orientierte Anleger, die keine Angst vor negativen Nachrichten aus Brasilien hätten (dort beginnt bald die Anbausaison, Red.), könnten im zweiten Halbjahr mit dem Aufbau von Positionen beginnen.

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Aktionäre bei der Stange halten

Syngenta will die Aktionäre mit einem Aktienrückkaufprogramm bei der Stange halten. Die erste Tranche des Rückkaufprogramms im Wert von über zwei Milliarden Dollar werde in den kommenden Wochen eingeleitet, teilte der Schweizer Hersteller von Pflanzenschutzmitteln mit. Zudem will Syngenta sein globales Gemüsesaatgut-Geschäft verkaufen.

Das Unternehmen hatte vergangene Woche eine Übernahme durch den US-Konkurrenten Monsanto abgelehnt und war deshalb von Grossaktionären kritisiert worden und will nun schnell Mehrwert für seine Aktionäre schaffen. Deshalb wird der Verkauf des Geschäfts mit Gemüsesaatgut angestrebt.

Margenstarkes Geschäft

Dieses branchenführende, margenstarke Geschäft verfüge über eine starke weltweite Präsenz und ein breites Sortiment, hiess es dazu im Communiqué. Syngenta rechnet damit, dass es daher bei potenziellen Käufern auf beträchtliches Interesse stossen dürfte.

Der Verkauf des Gemüsesaatgutgeschäfts ist eine der Massnahmen, mit der wie früher angekündigt die Profitabilität des Unternehmens gesteigert werden soll. Syngenta ist weltweit gesehen besonders stark bei der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Pflanzenschutzmittel. Das Saatgutgeschäft dagegen ist im Vergleich zur Konkurrenz weniger bedeutend. Der Basler Agrarchemiekonzern hat deshalb unlängst auch schon den Verkauf des kleinen Geschäftsfeld Blumensaatgut und -setzlinge angekündigt.

Unter Erfolgsdruck

Der Verkauf von Geschäftsfeldern ist indes nicht die einzige Massnahme, mit der unzufriedene Aktionäre besänftigt werden sollen. Im der Mitteilung vom Donnerstagmorgen wurde auch ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 2 Milliarden Dollar angekündigt.

Der Agrarchemiekonzern steht nach Einschätzung von Analysten generell unter Erfolgsdruck, insbesondere nachdem er sich erfolgreich gegen eine Übernahme durch den US-amerikanischen Konkurrenten Monsanto gestellt hat.

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(reuters/sda/awp/chb)