Die Systemrelevanz der Raiffeisen-Bankengruppe, der drittgrössten Bank der Schweiz, ist derzeit Thema von Gesprächen mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Bei der Postfinance gebe es hingegen keine Anzeichen dafür, dass diese als systemrelevant eingestuft werde, sagt Postfinance-Sprecher Marc Andrey.

Ob und wann ein Entscheid über die Systemrelevanz von Raiffeisen fallen werde, sei schwierig zu beantworten, erklärte Raiffeisen-Sprecher Franz Würth auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Raiffeisen stehe derzeit im Kontakt mit der SNB.

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Würth betonte, dass Raiffeisen mit ihren 320 selbständigen Banken allerdings ein anderes «Konstrukt» als die ZKB sei, die in einem beschränkten Markt tätig sei. Ausserdem seien die Hypotheken bei Raiffeisen überwiegend im selbstbewohnten Wohnungsbau. Zuvor wollte die SNB keine genaueren Angaben darüber machen, ob eine mögliche Systemrelevanz der Raiffeisen-Gruppe untersucht werde. Solche Abklärungen seien vertraulich, sagte SNB-Sprecher Werner Abegg auf Anfrage.

Keine Hinweise auf weitere Kantonalbanken

Gemäss einem Rundschreiben der Finma vom März 2011 zählte die ZKB, zusammen mit Raiffeisen und Postfinance, zur zweiten von insgesamt sechs Kategorien. Diese zweite Kategorie muss eine Kernkapitalquote von 13,6 Prozent bis 14,4 Prozent der gewichteten Aktiven erreichen. Bei den beiden zur ersten Kategorie zählenden Grossbanken liegt die geforderte Kapitalquote bei 19 Prozent.

Raiffeisen weist nach Angaben von Würth derzeit eine Eigenkapitalquote von 14,4 Prozent auf. Bei Postfinance liegt die Eigenkapitalquote laut Angaben von Andrey bei 19 Prozent.

Keine Hinweise auf eine Überprüfung der Systemrelevanz gibt es bei der Basler Kantonalbank, wie ein Mediensprecher auf Anfrage erklärte. Die Basler Kantonalbank ist allerdings gemessen an der Bilanzsumme (25 Milliarden gegenüber 150 Milliarden Franken) sechsmal kleiner als die ZKB.

(sda/vst/aho)