Die Neuenburger Uhrenmarke Tag Heuer, die zur französischen Luxusgütergruppe LVMH gehört, entlässt 46 Personen in der Schweiz. Der Stellenabbau betrifft die Fertigung und Administration in La Chaux-de-Fonds. Darüber hinaus wird für 49 Mitarbeiter in der neuen Niederlassung im jurassischen Chevenez Kurzarbeit bis Ende Jahr eingeführt.

Tag Heuer habe entschieden, sich an die Verlangsamung des Wachstums der Schweizer Uhrenindustrie anzupassen, teilte das Unternehmen am Dienstag als Reaktion auf verschiedene Medienberichte mit. Die Marke will sich vermehrt auf ihr Kerngeschäft mit Uhren ab einem Preis von 4000 Franken konzentrieren.

Tag-Heuer-Chef bleibt optimistisch

Das Unternehmen will sich in Zukunft auf die Produktion eines einzelnen Uhrwerkes konzentrieren. Obschon die Entwicklung eines weiteren Chronographen weit gediehen ist, wird der Prozess nun gestoppt. Tag Heuer beschäftigt 1600 Personen weltweit, davon 600 in der Schweiz. Neben der Neuenburger Marke gehören auch Zenith, Hublot und Bulgari zu LVMH.

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Bei konstanten Wechselkursen sei die Marke im Vergleich zum vergangenen Jahr stabil, liess sich Tag-Heuer-Chef Stéphane Lindner aber zitieren. Die Verkäufe seien seit Anfang des Jahres regelmässig gestiegen. Lindner zeigt sich daher trotz der jüngsten Ereignisse optimistisch.

Auch Cartier in Bedrängnis

Vergangenen Freitag hat der Luxusuhren-Hersteller Cartier ebenfalls bekannt gegeben, an einem Standort im Kanton Freiburg Kurzarbeit einzuführen. Alle 230 Angestellten in Villars-sur-Glâne werden ab November an drei Tagen pro Woche zu Hause bleiben müssen. Wie lange die Massnahme in Kraft bleibt, ist offen.

Der Schritt kam nicht ganz überraschend. Erst kürzlich hat der Richemont-Konzern, zu dem Cartier gehört, mitgeteilt, dass das Umsatzwachstum niedrig sei und dass vor allem das Asien-Geschäft harzig verliefe.

Schon 2009 hatte das Unternehmen vorübergehend Kurzarbeit eingeführt, zuerst in Villars-sur-Glâne, später auch in La Chaux-de-Fonds. Entlassen wurde seinerzeit niemand; alle Betroffenen konnten ihrer Arbeit später wieder in vollem Ausmass nachgehen. Cartier beschäftigt in der Schweiz rund 1600 Personen an sechs Produktionsstandorten.

(sda/ise/ama)