Auch Tamedia spürt die Erholung von der Krise: Der Konzerngewinn des Verlagshauses kletterte um 137,3 Prozent auf 110,8 Millionen Franken. Der Umsatz der Tamedia-Gruppe stieg um 7,6 Prozent auf 806,3 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) nahm um 121,5 Prozent auf 112,4 Millionen Franken zu, die entsprechende Marge verbesserte sich von 6,8 Prozent auf 13,9 Prozent.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vor, die Dividende von 1.50 Franken auf 4.00 Franken zu erhöhen. Der Gewinnsprung sei dank anziehenden Werbeumsätzen und einer deutlichen Effizienzsteigerung gelungen, heisst es in der Mitteilung. Alle Unternehmensbereiche erreichten auf der Stufe Ebit schwarze Zahlen.

Dennoch will sich Tamedia nach dem Zusammenschluss mit Edipresse Schweiz künftig auf ein Kerngeschäft mit Zeitungen, Zeitschriften und Online konzentrieren. Tamedia und Edipresse verabschiedeten eine entsprechende gemeinsame Unternehmensstrategie.

Angesichts ungünstigster Rahmenbedingungen und geringer Synergiepotenziale werde ein Verkauf der Radio- und TV-Aktivitäten sowie der Fachmedien Mobil geprüft, schreibt Tamedia weiter. In den nächsten Wochen sollen Gespräche mit möglichen Käufern aufgenommen werden. Die Prüfung soll bis Ende Jahr abgeschlossen sein.

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Ringier: "Wir prüfen die Situation auf dem Markt"

Für Ringier Schweiz wäre ein Kauf des Privatfernsehsenders TeleZüri eine Option, wie Sprecher Edi Estermann sagte. Noch sei aber nichts entschieden: "Wir prüfen die Situation auf dem Markt".

Es sei kein Geheimnis, dass Ringier an einer Ausweitung seiner Aktivitäten im TV-Bereich interessiert sei, sagte Estermann. Schon heute verfügt Ringier über verschiedene Beteiligungen: An Sat1 (Schweiz) hält der Medienkonzern 50 Prozent, an Teleclub 33,3 Prozent, an der Produktionsfirma Grundy Schweiz 35 Prozent. Dazu kommen etwa Presse TV, Ringier TV Productions und Ringier Web TV.

Über ein allfälliges Interesse von Ringier an einem der Radiosender, die Tamedia allenfalls verkaufen will, äusserte sich Estermann nicht. Heute hält Ringer Schweiz gemäss eigener Website am Privatradiosender Energy Zürich 51 Prozent, Energy Bern ist zu 100 Prozent in Ringier-Besitz.

An der kommenden Generalversammlung von Tamedia am 6. Mai 2011 wird sich Karl Dietrich Seikel indes nicht mehr für eine Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung stellen. Der frühere Geschäftsführer des Spiegel-Verlages wolle sich in Zukunft wieder vermehrt im deutschen Verlagsumfeld engagieren. An seiner Stelle wird Tibère Adler, Geschäftsführer der Groupe Edipresse, zur Neuwahl in das Gremium vorgeschlagen.

(laf/tno/sda/awp)