Die Würfel sind gefallen: Die Tamedia übernimmt den Winterthurer «Landboten». Dies teilte der Zürcher Medienkonzern am Dienstagmorgen mit. Tamedia macht damit von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch und übernimmt die Mehrheit der Ziegler Druck und Verlags AG. Alle Mitarbeitenden gehen an die Tamedia über.

Lange war spekuliert worden, wer den «Landboten» übernimmt, seit im April bekannt geworden war, dass die Tageszeitung in der zweitgrössten Stadt des Kantons Zürich zum Verkauf steht. Von Absichten Christoph Blochers war die Rede, auch die «NZZ» wurde ins Spiel gebracht.

Nun sind die Würfel gefallen: Am Dienstagmorgen teilte die Tamedia AG mit, sie übernehme einen Anteil von 90,5 Prozent am Winterthurer Medienhaus. Bereits seit 2005 hatte sie einen Anteil von 20 Prozent.

Die Tamedia bezeichnet den «Landboten» als «starke Ergänzung der Zürcher Regionalzeitungen». Mit der Übernahme gehen gemäss Mitteilung sämtliche Aktivitäten und Mitarbeitende der Ziegler Druck- und Verlags AG an die Tamedia über.

Inlandteil von der «Berner Zeitung»

In der kantonalen Berichterstattung soll der «Landbote» eng mit «Zürcher Unterländer», «Zürcher Oberländer» und «Zürichsee-Zeitung» zusammenarbeiten. Die Redaktion bleibt aber in Winterthur. Einen Teil des Mantels - nationale und internationale Themen - liefert neu die «Berner Zeitung».

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Für die Aktien der zusätzlichen 70,5 Prozent zahlte die Tamedia 49,6 Millionen Franken. Immobilien und Zusatzfonds hat Tamedia mit 35 Millionen Franken bewertet. Die Wettbewerbskommission muss die Übernahme noch absegnen.

Der «Landbote» hat eine Auflage von etwa über 30'000 Exemplaren. Die Ziegler Druck und Verlags AG wurde 1836 gegründet.

(sda/vst)