Statt darum zu streiten, wollen sich Tamedia und Swisscom die lukrative Informationsplattform «local.ch« und damit das Filetstück der Publigroupe teilen. Wie sie am Mittwoch mitteilten, will Tamedia nach der Übernahme der Publigroupe durch die Swisscom mit dem Telekomkonzern eine Tochtergesellschaft für den Betrieb von local.ch und search.ch gründen.

Gemeinsam wollen Swisscom und Tamedia ihr Verzeichnisgeschäft «zu einer starken Schweizer Alternative zu Google« weiterentwickeln. Sowohl local.ch als auch search.ch sollen als eigenständige Angebote im Nutzermarkt weitergeführt werden. Swisscom werde 69 Prozent an der gemeinsamen Tochtergesellschaft halten und das Unternehmen konsolidieren. Die Beteiligung der Tamedia werde bei 31 Prozent liegen.

Tamedia erhöht Angebot nicht

Der Übernahmepoker zwischen den beiden Konzernen um die Werbevermarkterin Publigroupe hat somit ein Ende gefunden. Tamedia verzichte auf eine Erhöhung ihrer Offerte, die bei 190 Franken je Aktie liegt. Damit liegt das von der Swisscom-Angebot von 200 Franken je Aktie vorne. Tamedia werde ihre Publigroupe-Aktien der Swisscom andienen. Ihre aktuelle Beteiligung an Publigroupe bezifferte Tamedia am Vortag auf 17,6 Prozent.

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Die öffentlichen Übernahmeangebote würden im Übrigen nach den anwendbaren Vorschriften weitergeführt, heisst es weiter. Die Übernahme der Publigroupe durch Swisscom sowie die Partnerschaft zwischen Swisscom und Tamedia stünden zudem unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden.

Swisscom verzichtet auf Einfluss

Swisscom beabsichtigt laut Mitteilung, die Minderheitsbeteiligungen der Publigroupe an den Medienunternehmen SNP Société Neuchâteloise de Presse SA (29 Prozent), Südostschweiz Presse und Print AG (20 Prozent) sowie Rhône-Media SA (18 Prozent) zu verkaufen. Man strebe keinen Einfluss auf diese Gesellschaften an, heisst es. Dem angekündigten Verkauf der FPH Freie Presse Holding AG an die NZZ-Gruppe werde man sich nicht widersetzen. Für die übrigen Beteiligungen würden alle Optionen geprüft.

(awp/me/sim)