Die Schweizer Mediengruppe Tamedia will das Werbevermarktungsunternehmen Publigroupe übernehmen. Sie hat eine Voranmeldung für ein öffentliches Kaufangebot eingereicht, wie sie am Donnerstagabend mitteilte.

Das Angebot sieht einen Preis von 150 Franken pro Namenaktie vor. Dies entspreche einer Prämie von 22 Prozent, berechnet aufgrund des Durchschnittskurses der letzten 60 Börsentage.

Tamedia besitzt bereits 7,22 Prozent der Namenaktien der Publigroupe. Mit dem Zukauf von weiteren Aktien hat sie vor allem die Plattorm local.ch im Visier.

Unternehmen Publigroupe stark im Wandel

Publigroupe betreibt diese Plattform zusammen mit Swisscom. Tamedia ihrerseits ist 75 Prozent beteiligt an search.ch, gemäss eigenen Angaben die führende Verzeichnis- und Informationsplattform. Gemeinsam könnten die Plattformen demnach 4,8 Millionen Nutzer erreichen.

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Tamedia wäre an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Swisscom interessiert, sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Tamedia habe das Angebot für die Publigroupe weder in Absprache mit der Publigroupe-Führung noch mit der Swisscom unterbreitet.  Laut Zimmer möchte Tamedia search.ch und local.ch als eigenständige Marken weiterführen.

Tamedia rechnet nicht mit Auflagen

Noch ist es zu früh, um zu antizipieren, welche Auswirkungen eine Übernahme von Publigroupe durch Tamedia hätte. «Im Moment ist das nicht absehbar», sagte Patrik Ducrey, Sprecher der Wettbewerbskommission Weko gegenüber der sda.

Noch ist die Weko gar nicht kontaktiert worden. Hierfür muss die Übernahme zuerst zustande kommen. Tamedia geht davon aus, dass dies gelingen wird: In der Mitteilung vom Donnerstagabend schreibt sie, sie werde die Übername der Weko vorlegen. Tamedia rechnet nicht mit Auflagen der Weko. Der Tamedia-Sprecher sagte, in diesem Markt herrsche internationaler Wettbewerb.

Das Unternehmen Publigroupe ist derzeit stark im Wandel: Anfang April hatte Publigroupe bekanntgegeben, sich auf den elektronischen Markt zu konzentrieren und sich darum vom historischen Kerngeschäft, den Zeitungsanzeigen, zu trennen. Die Tochter Publicitas wird darum nach Deutschland verkauft.

(sda/awp/me/moh)