Über 200 Tamoil-Angestellte haben am Donnerstag einstimmig eine Resolution verabschiedet, die den Rückzug der angekündigten Entlassungen und stattdessen Kurzarbeit fordert. Für die Tamoil kommt dies nicht in Frage.

Normalerweise wird Kurzarbeit für maximal zwölf Monate bewilligt, in Ausnahmefällen aber auch für anderthalb oder zwei Jahre. Der Bundesrat habe derartige Fristverlängerungen bereits während der Krise 2010 bewilligt, sagte Unia-Sekretär Blaise Carron am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Bei der Angestellten-Versammlung vom Donnerstag wurde eine offizielle Delegation gewählt. Diese soll die Forderungen der Arbeitnehmer am 22. Januar bei einem Treffen mit der Tamoil-Direktion vertreten.

Gegen die Pläne von Tamoil

Die Angestellten stellen sich mit der Resolution gegen die Pläne ihres Arbeitgebers. Der Betrieb werde nicht vor 2017 wieder aufgenommen, sagte Tamoil-Mediensprecher Clovis Blanc am Donnerstag in einem Interview mit der Zeitung «Nouvelliste». Wegen der schlechten Aussichten könne man keine Angestellten weiter beschäftigen oder Kurzarbeit beantragen, hielt Blanc fest.

Anzeige

Die Tamoil hatte am Dienstag angekündigt, dass der Betrieb der Raffinerie auf unbestimmte Zeit eingestellt wird, weil sie nach Angaben des Tankstellen-Betreibers nicht mehr rentabel ist. Die Schliessung bedroht 233 Stellen.

(sda/ise)