Die in Zug domizilierte Klesch Group wird das europäische Stahlgeschäft der indischen Tata-Gruppe einer Due Diligence unterziehen und bei positivem Ergebnis das Geschäft kaufen. In einer Pressemitteilung schreibt Klesch, man habe dazu mit den Indern eine Übereinkunft (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Beim möglichen Deal geht es um diverse Stahlwerke in Grossbritannien, aber auch um Fabriken in Frankreich und Deutschland.

Tatas Europadivision im Stahlbereich «Long Products Europe» beschäftigt rund 6500 Mitarbeiter. Gesamthaft beschäftigt Tata in Europa etwa 30'500 Personen. Der indische Konzern ist der zweitgrösste Stahlproduzent Europas.

Branche droht Schlimmes

Milliardär A. Gary Klesch, Gründer und Vorsitzernder der Klesch Group, gibt sich erfreut: «Wir glauben, es existiert ein Wachstumsmarkt für die erstklassigen Erzeugnisse von Long Products Europe.» Analysten hoffen, dass Tata ihr Europa-Geschäft nicht unter Preis verkauft. Fakt ist, dass die Europa-Division bisher diverse Restrukturierungen hinter sich hat.

Die Stahlbranche als Ganzes sieht sich in Europa mit grössten Schwierigkeiten konfrontiert. Es droht ein Jobgewitter. Der neue Präsident des Branchen-Weltverbandes Wolfgang Eder stimmt die Industrie auf massive Stellenstreichungen ein: «Der Anpassungsprozess wird schmerzlich sein, er ist längst überfällig.» Die Branche kämpft mit sinkenden Preisen und hohen Rohstoff- und Energiekosten.

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